Die rote Eminenz: Kardinal Richelieu

„Man gebe mir sechs Zeilen,
geschrieben von dem redlichsten Menschen,
und ich werde darin etwas finden,
um ihn aufhĂ€ngen zu lassen.“ (Kardinal Richelieu)

Kardinal Richelieu auf französischer BriefmarkeHeute vor 370 Jahren starb in Paris Armand-Jean du Plessis de Richelieu, besser bekannt als „Kardinal Richelieu“. Geboren am 9. September 1585 in Paris, wurde er ab seiner Ernennung zum Kardinal im Jahr 1622 bis zu seinem Tod zur bestimmenden Figur der französischen Politik und gilt als Vater der modernen Staatsform. Nach seinem Theologiestudium wird Richelieu im Jahr 1607 zunĂ€chst Bischof von Luçon, bevor ihn Maria von Medici, die als Königinmutter fĂŒr Ludwig XIII. die StaatsgeschĂ€fte fĂŒhrt, im Jahr 1616 an den französischen Königshof holt. Dort wird er StaatssekretĂ€r fĂŒr Außenpolitik und KriegsfĂŒhrung, doch als Ludwig XIII. die Herrschaft seiner Mutter abschĂŒttelt, fĂ€llt auch Richelieu in Ungnade und wird nach Avignon verbannt. Aus dem Exil an den Hof zurĂŒckgekehrt, beruft ihn Ludwig XIII. schließlich im Jahr 1624 in den Staatsrat, wo er zum unverzichtbaren Berater des Königs wird. Der Kardinal reformiert die Verwaltung, entmachtet den Amtsadel und baut ein eigenes Netzwerk treu ergebener Verwaltungsbeamter und Spione auf.

Außerdem schrĂ€nkt er Rechte und Einfluss des Adels ein und treibt erfolgreich und brutal die politische und militĂ€rische Entmachtung der Hugenotten voran. In der Außenpolitik versucht Richelieu die Vorrangstellung der Habsburger zu brechen, wobei er die Interessen Frankreichs stets ĂŒber konfessionelle Interessen stellt.

Kardinal Richelieu auf französischer Briefmarke aus dem Jahr 1970GrundsĂ€tzlich gilt ihm bei der Durchsetzung seiner, also der Interessen des Staates: „Der Zweck heiligt die Mittel“. Richelieu presst das notleidende Volk durch hohe Steuern weiter aus und wird nicht nur zum einflussreichsten, sondern auch zum meistgehassten Mann Frankreichs. „Die rote Eminenz“ (auch auf den Briefmarken stets rot gewandet) ĂŒberlebt mehrere Mordkomplotte, ebnet dem Absolutismus den Weg, macht sich aber auch durch die GrĂŒndung der „AcadĂ©mie Française“ um die Förderung von Kunst und Literatur verdient. Kurz vor seinem Tod bereitet er noch die Instruktionen fĂŒr die französischen Gesandten bei den Verhandlungen zum WestfĂ€lischen Frieden vor. Literarisch hat ihm der Schriftsteller Alexandre Dumas ein Denkmal gesetzt, in dessen BĂŒchern er der finstere Gegenspieler der drei Musketiere ist. Und finster war seine Herrschaft wohl fĂŒr die Meisten: Als sich die Nachricht von seinem Tod verbreitete, wurden in ganz Frankreich Freudenfeuer entzĂŒndet 


Authored by: Udo Angerstein

There is 1 comment for this article
  1. Wilfried Lerchstein at 17:48

    Der Goldpreis betrÀgt am 23.12.2012 = 1.712,50 US-Dollar.

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