Expedition nach Westen

Zum 200. Jahrestag der Expedition porträtierten die USA William Clark, MiNr. 3833.

Zum 200. Jahrestag der Expedition porträtierten die USA William Clark, MiNr. 3833.

In den Jahren 1804 bis 1806 f√ľhrten Meriwether Lewis und William Clark eine 33 Mann starke Expedition von St. Louis bis zur Pazifik-K√ľste und wieder zur√ľck. Mit der sogenannten ‚ÄěLewis und Clark-Expedition‚Äú begann die geographische und schlie√ülich politische Erschlie√üung des amerikanischen Westens.
Am 1. August 1770 in Virginia zur Welt gekommen, folgte William Clark dem Beispiel seiner √§lteren Br√ľder ‚Äď insgesamt hatte er f√ľnf, einige davon waren √§u√üerst verdiente Veteranen ‚Äď und ging mit 19 Jahren zum Milit√§r. Und auch er machte dort Karriere, wurde Captain.
Im Sommer 1803 hatte sich Clark allerdings schon seit einiger Zeit eher auf die Verwaltung des familiären Besitzes verlegt, als ihn ein Brief von Meriwether Lewis erreichte. Der alte Freund aus Armeezeiten fragte im Auftrag Präsident Thomas Jeffersons, ob Clark daran interessiert sei, eine Expedition zu leiten.
Clark war interessiert. Mit keinem lieber als mit Lewis, so schrieb er umgehend, w√ľrde er zu einem derartigen Unterfangen aufbrechen. Noch im Herbst traf man zusammen, plante und rekrutierte geeignete M√§nner.
Unterwegs konnte Clark seine beim Milit√§r erworbenen F√§higkeiten einbringen, das Expeditionscorps navigieren, das Land vermessen, Karten anfertigen. Der schon von seiner physischen Erscheinung her stattliche Clark hatte √úbung als Anf√ľhrer und Kommandeur. Nebenbei bet√§tigte er sich in der Inventur von Flora und Fauna. Um seine Rechtschreibf√§higkeiten und Grammatikkenntnisse, das geht aus Clarks Aufzeichnungen hervor, war es indessen nicht so gut bestellt.

Die Forscher am Ufer des Missouri, MiNr. 679.

Die Forscher am Ufer des Missouri, MiNr. 679.

Wie einst in der Armee, agierte und firmierte Clark schon wieder als Captain, als im Fr√ľhjahr 1804 per Brief die offizielle Autorisierung und Amtsbezeichnung eintraf: Second Lieutenant war der Rang, zu dem man ihn damit bestimmte. Lewis und Clark verschwiegen es vor den M√§nnern. Und Lewis versicherte seinem fr√ľheren Befehlshaber Clark, dass man die Unternehmung trotzdem, wie besprochen, in gleichberechtigter Kooperation befehligen werde.
Vor allem w√§hrend der langen Winter-Lager konnte der Trupp mit den urspr√ľnglichen Bewohnern des Landes, das man nicht nur wissenschaftlich erkunden, sondern vor allem auch wirtschaftlich und politisch gewinnen wollte, in Kontakt treten. Man brauchte und erfragte geographische Informationen, musste Tauschhandel betreiben, wenn Nahrungsmittel oder Pferde ben√∂tigt wurden. Durch den Milit√§rdienst hatte Clark Erfahrung im kriegerischen Umgang mit den amerikanischen Ureinwohnern. Die Expertise im weitgehend diplomatischen Vorgehen, die er nun sammelte, sollte ihn noch in sp√§teren Lebensjahren zum gefragten Berater f√ľr ‚ÄěIndianer-Angelegenheiten‚Äú qualifizieren.
Nachdem William Clark Anfang 1807 in Washington seine gro√üz√ľgige Entlohnung f√ľr die im Oktober des vorherigen Jahres abgeschlossene Expedition erhalten hatte, heiratete er, zur√ľck in Virginia, im Jahr darauf Julia Hancock. Dem gemeinsamen Sohn gab man den Namen Meriwether Lewis Clark.

William Clark und Meriwether Lewis vermessen das Land, MiNr. 3834.

William Clark und Meriwether Lewis vermessen das Land, MiNr. 3834.

Dessen Namenspate war schon seit vier Jahren tot, als Clark Senior 1813 dann noch zu politischen Ehren gelangte: Der inzwischen seit Jahren als Nationalheld verehrte Leiter der ‚ÄěCorps of Discovery‚Äú genannten Expedition wurde Gouverneur des Gebietes, das sieben Jahre sp√§ter zum Bundesstaat Missouri ausgerufen werden sollte.
William Clark starb am 1.September 1838. Bis zu seinem Tod hatte er an den Landkarten weitergearbeitet, die er im Zuge der ‚ÄěLewis-und-Clark-Expedition‚Äú erstellt hatte und die schon bald nach deren Abschluss dem amerikanischen Zug nach Westen dienten. Die Basis daf√ľr hatten William Clark und Meriwether Lewis gelegt.

Authored by: Marius Prill

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