Marke der Woche: Kinder und Kunst

50 Jahre Wohltaten aus MonacoUnsere heutige „Marke der Woche“ stammt aus dem FĂŒrstentum Monaco. Sie erscheint am 14. MĂ€rz an den Postschaltern und widmet sich dem wohltĂ€tigen Engagement der wohl schillerndsten Persönlichkeit Monacos: Grace Kelly. Die im November 1929 geborene Grace Patricia Kelly, Tochter eines Selfmade-MillionĂ€rs, machte bekanntlich vor ihrer Ehe mit FĂŒrst Rainer von Monaco eine große Karriere in Hollywood. Aufgrund ihrer gemeinsamen Produktionen mit Stars wie Gary Cooper, Clark Gable oder James Stewart gilt sie nach wie vor als eine der grĂ¶ĂŸten Schauspielerinnen Amerikas. Ihre Zusammenarbeit mit Alfred Hitchcock war besonders fruchtbar und ihre gemeinsamen Filme gehören zu den ganz großen Klassikern der Filmgeschichte. Zwei Sondermarken aus Monaco vom 16. Januar 2014 nahmen bereits darauf Bezug.

Doch mit ihrer ehelichen Verbindung zum FĂŒrstentum Monaco sollte ihre Karriere ein abruptes Ende finden. Ihre Rolle als FĂŒrstin und Landesmutter ließ die weitere Arbeit vor der Kamera nicht mehr zu. Fortan bestand ihre Aufgabe im ReprĂ€sentieren und der ErfĂŒllung der höfischen Etikette. Wie aber kommt eine Schauspielerin damit zurecht, ihren Beruf aufgeben zu mĂŒssen? Schlecht, Grace Kelly litt lange Zeit unter Depressionen. Mehrere Fehlgeburten und familiĂ€re Probleme schienen ihren sinkenden Stern endgĂŒltig zu verdunkeln. Doch bemerkenswerterweise suchte und fand die FĂŒrstin immer neue Wege, sich zumindest am Rande kĂŒnstlerisch zu betĂ€tigen. Sie gastierte bei einigen Filmproduktionen, widmete sich darĂŒber hinaus lyrischen Interpretationen und VortrĂ€ge und ĂŒbenahm zeitweise auch einen Vorstandsposten der Filmfirma 20th Century Fox. Aber fĂŒr die Nachwelt ist sie bis heute aufgrund ihrer Stiftungen eine GrĂ¶ĂŸe im Kunstbetrieb.

Grace Kellys karitatives Engagement begann 1958 mit ihrer PrĂ€sidentschaft des monegassischen Roten Kreuzes. Unter ihrer Leitung wurde viel fĂŒr junge MĂŒtter und Waisen investiert. Ihre Liebe zu Kindern fĂŒhrte weiter zur GrĂŒndung der internationalen Kinderhilfsorganisation „Association Mondiale des Amis de l’Enfance“ (AMADE). Die aktuelle Sondermarke hebt nun, anlĂ€ssliche des 50. JubilĂ€ums, ihre 1964 gegrĂŒndete ganz persönliche Stiftung in den Vordergrund. Die „Stiftung der Prinzessin Gracia von Monaco“ begann mit der UnterstĂŒtzung des lokalen Kunsthandwerks, weitete aber bald ihr Engagement aus. SozialfĂŒrsorge und die Arbeit mit behinderten Kindern sowie die Förderung der darstellenden Kunst stehen bis heute im Mittelpunkt. Diese Schwerpunkte hat auch die nach ihrem Tode 1982 in den USA ins Leben gerufene Partnerstiftung, mit der ihr Witwer das Lebenswerk seiner Frau erhalten und erweitern wollte. Die Schaffung und der Unterhalt von ElternhĂ€usern fĂŒr behinderte Kinde und die finanzielle Förderung medizinischer Forschungsprojekte kann auf Spenden und Stiftungsvermögen in Millionenhöhe zurĂŒckgreifen. Und auch in den USA können junge TĂ€nzer und Schauspieler persönliche Stipendien der Stiftung erlangen.

So wird der Name der großen Schauspielerin noch lange im GedĂ€chtnis bleiben. Dass der Glanz am FĂŒrstenhof und finanzieller Wohlstand nicht zwangslĂ€ufig glĂŒcklich machen, verdeutlichte das Leben Kelly anschaulich. Doch dass man aus einer solchen Lage heraus die Chance hat, sich fĂŒr andere zu engagieren, gibt dem persönlichen Leiden zumindest einen ĂŒbergeordneten Sinn. Darin gibt die unvergessene Schauspielerin in jedem Fall ein gutes Beispiel ab, dem sich alle frustrierten, deprimierten und vom sĂŒĂŸen Nichtstum gebeutelten Wohlstandsopfer gern anschließen dĂŒrften.


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Authored by: Jan Sperhake

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