Fliegende Wale

Eine k√ľnstliche Insel inmitten des S√ľdatlantiks bot die M√∂glichkeit zum Verschnaufen. Ohne sie h√§tten es die wagemutigen Flieger nicht geschafft, die Post mit ihren legend√§ren Dornier-Flugbooten zwischen Europa und S√ľdamerika zu transportieren. Mehr mehr als einem Vierteljahrhundert reisten Briefe und Karten binnen weniger Tage nach Brasilien, Argentinien und andere heute eher durch den Fu√üball bekannte L√§nder.
Von 1934 bis 1938 √ľberquerten Dornier-Flugboote vom Typ Wal regelm√§√üig den S√ľdatlantik. Sie bef√∂rderten die Post zwischen S√ľdamerika und Europa. Weil die Strecke √ľbers Meer jedoch nicht in einem Zuge zur√ľckgelegt werden konnte, hatte sich die Deutsche Lufthansa (DLH) als Betreiber der Postroute etwas einfallen lassen. Ein Dampfer musste her. So erwarb die Fluggesellschaft einen Frachter und lie√ü ihn zum Katapultschiff umbauen. Das Schiff stationierte sie auf der H√§lfte des Wegs, um so dem ‚ÄěWal‚Äú eine Pause zu g√∂nnen. Runter kommen sie alle, sagt der Volksmund, aber wie bekommt man einen Flieger, der auf den Wellen inmitten des Atlantiks wassert, wieder in die Luft?

Luftpost-Dornier-Atlantik

Mit drei bis vier Tagen Postlaufzeit von Deutschland nach Rio de Janeiro, Buenos Aires oder Santiago de Chile warben Maschinenstempel der Reichspost, abgebildet ein?Abschlag aus Dresden.

Per Katapult, das auf einem Dampfer installiert wurde. F√ľr dieses Verfahren mussten die zur Verf√ľgung stehenden Dornier Flugboote lediglich so umgebaut werden, dass sie von einem an Bord immens beschleunigten Schlitten aus in die Luft gehen konnten. Umfangreiche Tests im Jahr 1933, wobei das Katapultschiff ‚ÄěWestfalen‚Äú den Flugbooten D-2068 ‚ÄěPassat‚Äú, D-2069 ‚ÄěMonsun‚Äú und D-2399 ‚ÄěTaifun‚Äú als St√ľtzpunkt diente, zeigten, dass die Umsetzung doch nicht so einfach war, wie es sich die Initiatoren anfangs vorgestellt hatten. Neben verschiedenen technischen Verbesserungen entschieden sie daher, ein zweites Katapultschiff in den S√ľdatlantik zu verlegen.

Anfang Februar 1934 startet die Lufthansa zum ersten Mal die planm√§√üige Luftpost-Verbindung nach S√ľdamerika. Von Berlin kommend f√ľhrte die √ľber 10?000 Kilometer lange Route mit einigen Zwischenlandungen unter anderem im andalusischen Sevilla nach Bathurst (heute Banjul) an der westafrikanischen K√ľste. Dort √ľbernahm die ‚ÄěWestfalen‚Äú nun zum ersten Mal die Luftpost aus Deutschland. Sie wurde am 7. Februar mit dem Flugboot ‚ÄěTaifun‚Äú weiter nach S√ľdamerika transportiert. Dieses erreichte nach 13 Stunden Flug Natal ‚Äď den Ort in Brasilien, der ziemlich weit in den Atlantik ragt und am ehesten zu erreichen war. Nach dieser gegl√ľckten Premiere nahm die Deutsche Lufthansa den planm√§√üigen Luftpostdienst auf. Bereits am 25. August 1935 feierte man die 100. √úberquerung des S√ľdatlantiks. Insgesamt bedienten acht Dornier-Wal-Flugboote von 1934 bis 1938 die Route 328 Mal. Wie gut Maschinen und Besatzungen trotz teilweise widrigster Umst√§nde funktionierten, zeigt, dass nur ein einziges Flugboot verlorenging. In der Nacht vom 14. zum 15. Februar 1936 verungl√ľckte die D-ADYS ‚ÄěTornado‚Äú vor Brasilien. Ansonsten flogen die ‚ÄěWale‚Äú zuverl√§ssig bis zum 28. Oktober 1938. Ab dann kamen bis zur Einstellung des Verkehrs kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges die Nachfolgemuster Do 18 und das viermotorige Schwimmerflugzeug Ha 139 von Blohm & Voss zum Einsatz …

Den kompletten Artikel von Matthias J√§kel lesen Sie in der DBZ 15 /2014, die Sie aktuell im Bahnhofsbuchhandel bekommen. Haben Sie schon einmal √ľber ein Abonnement nachgedacht?

Authored by: Udo Angerstein

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