Chaos und Neuordnung

200 Jahre Wiener Kongress

‚ÄěIn der Napoleonischen Zeit hatte [‚Ķ] unter allen Staatsanstalten das Postwesen mit am meisten gelitten‚Äú, zitierte Heinrich von Stephan in seiner ‚ÄěGeschichte der Preu√üischen Post‚Äú den preu√üischen Staatskanzler, Freiherr von Hardenberg. Diese Einsch√§tzung war freilich sehr auf sein Sujet fokussiert. Wie im ersten Beitrag zum Wiener Kongress erl√§utert (siehe DBZ 23/2014), erstreckte sich die Ersch√ľtterung der alten Ordnung auf das ganze Europa, insbesondere aber auf die deutschen Staaten. Der ‚ÄěHauptschluss der au√üerordentlichen Reichsdeputation‚Äú vom 25. Februar 1803 hatte allein das Schicksal von 112 unabh√§ngigen Staaten, 66 Kirchenterritorien und 421 freien Reichsst√§dten besiegelt. Die rund 1500 Lehen der Reichsritterschaft hatten aufgeh√∂rt zu existieren, und wie sich im Folgenden zeigen sollte, √ľberstiegen die vom siegreichen Frankreich diktierten Reformen schlussendlich den √úberlebenswillen des Heiligen R√∂mischen Reiches. Mit der Niederlegung der Reichskrone durch Kaiser Franz II. am 6. August 1806 endete das Alte Reich, f√ľnf Tage nach dem offiziellen Austritt der Rheinbundstaaten.

Wiener-Kongress-Brief

Der Brief um 1806 an die bayerischen Besatzungstruppen in Tirol dokumentiert anschaulich die Zuordnung M√ľnchens zum Rayon 4 (Rauhut & Kruschel).

Reich und Länder
Die Aufl√∂sung des Reichs bedeutete neben allen machtpolitischen Konsequenzen auch unmittelbar das Ende der Reichspost. Diese historisch gewachsene Einrichtung hatte auf einer jahrhundertealten Zusammenarbeit des deutschen Kaisertums mit der Familie der Thurn und Taxis beruht. Sie war keineswegs mit einer modernen, zentralstaatlichen Postverwaltung zu vergleichen. Vielmehr sollte sie als Summe unz√§hliger Einrichtungen regionaler Postkurse verstanden werden, die ‚Äď zwar vom Reich mit Monopolstellung versehen ‚Äď unabl√§ssig an politische Ver√§nderungen angepasst werden musste. Ziel war nat√ľrlich die Erwirtschaftung gr√∂√ütm√∂glicher Gewinne f√ľr im Gegenzug bereitgestellte postalische Infrastruktur. Die Verleihung der Posthoheit als erbrechtliches Lehen sorgte f√ľr Kontinuit√§t des Betriebs. Trotz des fragmentarischen Charakters dieser Institution gew√§hrte die Reichspost der Thurn und Taxis √ľber lange Zeit eine relative Sicherheit und Zuverl√§ssigkeit …

Den kompletten Artikel von Jan Sperhake k√∂nnen Sie in der aktuellen DBZ 12/2015 lesen, die Sie im Bahnhofsbuchhandel bekommen. Abonnenten sparen sich den Weg und auch noch Geld…

Authored by: Jan Sperhake

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert