Stadt in der Stadt

Costa Rica 2002 Gedenken der Opfer des Terrors

Zum Gedenken an die Opfer des Terrors zeigte Costa Rica 2002 die markanten Zwillingst√ľrme (Abb. mit freundlicher Genehmigung des Schwaneberger Verlags).

Die William James Hall und das Engeneering Sciences Laboratory der Harvard-Universit√§t, das Guardian Building in Detroit, das McGregor Center der Wayne State University, das Dhahran Air Terminal ‚Äď diese Bauten sind wohl nur Kennern ein Begriff. Ihre Entw√ľrfe stammen vom US-amerikanischen Architekten Minoru Yamasaki, der heute vor 100 Jahren in Seattle geboren wurde. Weltbekannt wurde ein Geb√§ude, das Yamasaki, der an H√∂henangst litt, nur mit Einschr√§nkungen betreten konnte: das New Yorker World Trade Center.
1966 begannen die Arbeiten an dem Komplex, der mehr Bauten als die ber√ľhmten Zwillingst√ľrme umfasste. Der Nordturm konnte 1972, der S√ľdturm 1973 eingeweiht werden. F√ľr rund zwei Jahre war der Nordturm mit 417 Metern das h√∂chste Geb√§ude der Welt. Der Sears Tower in Chicago, der heutige Willis Tower, √ľberbot den New Yorker Turm dann. Mit Antenne erreichten beide 527 Meter, weshalb es mitunter Debatten gibt, welcher Bau an der Spitze steht.
Yamasaki, der sich 1949 selbstst√§ndig gemacht hatte, konzipierte das World Trade Center als Stadt in der Stadt. Soweit dies bei einem Geb√§udekomplex m√∂glich ist, war es autark. Strom, Wasser, √Ėl und andere Ressourcen bezog der Komplex, der insgesamt sieben Bauten umfasste, nat√ľrlich von au√üen. Ansonsten aber verf√ľgte er √ľber eine eigenst√§ndige Infrastruktur. Im Untergeschoss hielt die U-Bahn. Die US-Post vergab eine eigene Postleitzahl f√ľr das World Trade Center. Dessen Architekt d√ľrfte den meisten weniger bekannt sein als dessen Zerst√∂rer, der Terrorist Usama Bin Ladin, der sein Studium des Bauingenieurwesens mutma√ülich nicht abgeschlossen hatte.
In seinen Bauten entwickelte Yamasaki einen Stil, der die amerikanische, japanische und indische Formgebung vereinte. Gescheitert ist er mit dem Projekt einer Sozialsiedlung. Pruitt-Igoe in St. Louis √ľberdauerte nicht einmal 20 Jahre. 1956 fertiggestellt, wurde die Siedlung bereits 1972 gesprengt, da niemand der sozialen Probleme mehr Herr wurde. Yamasakis Name ist denn auch mit dem gesellschaftskritischen Begriff der ‚ÄěEinst√ľrzenden Neubauten‚Äú verbunden.
Nichtsdestoweniger trug sich Minoru Yamasaki, verstorben am 6. Februar 1986 in Detroit, mit seinen Entw√ľrfen in das Buch der Architektur ein. Die One M & T Plaza in Buffalo, der Rainier Tower in Seattle oder der Torre Picasso in Madrid geh√∂ren zu den stadtbildpr√§genden Bauten.

Authored by: Torsten Berndt

There is 1 comment for this article
  1. Wilfried Lerchstein at 12:25

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