Stille Nacht, heilige Nacht

Josef Mohr und Franz Grubner auf Briefmarke von 1987Heute vor 220 Jahren wurde in Salzburg der Priester und Dichter Josef Franz Mohr geboren. Mohr, uneheliches Kind eines Musketiers, gelang es dank finanzieller Unterst├╝tzung des Salzburger Domvikars, der Mohrs musikalisches Talent sch├Ątzte, nicht nur das Gymnasium zu besuchen, sondern danach sogar ein theologisches Studium zu absolvieren. Im Jahr 1815 wurde er zum Priester geweiht, was dank Genehmigung des Papstes erm├Âglicht wurde (uneheliche Kinder ben├Âtigten daf├╝r seinerzeit eine Ausnahmegenehmigung ÔÇŽ). Im Jahr 1816 verfasste Mohr das Gedicht ÔÇ×Stille Nacht, heilige NachtÔÇť, das er vor Weihnachten 1818 dem Lehrer Franz Xaver Gruber vorlegte, verbunden mit der Bitte, daf├╝r doch eine Melodie zu komponieren.

Gruber und Mohr trugen das Lied erstmals zur Christmette am Heiligen Abend 1818 in der Sankt-Nikola-Kirche zu Oberndorf, an der Gruber als Organist waltete, gemeinsam mit Gitarrenbegleitung vor. Bald wurde das Lied auch in Gemeinden in der n├Ąheren Umgebung gesungen und schlie├člich in aller Welt: Heute gibt es ├ťbersetzungen in mehr als 300 Sprachen und Dialekten, das Lied steht auf ├ľsterreichs Liste des Immateriellen Kulturerbes.

Franz Xaver Gruber und Josef Mohr auf Briefmarke von 1948 Dass Gruber und Mohr ├╝berhaupt als die Urheber des Liedes bekannt sind, ist Friedrich Wilhelm IV. von Preu├čen zu verdanken: Der liebte das Lied so sehr, dass er im Jahr 1854 wissen wollte, von wem es eigentlich stammte, denn in der Allgemeinheit galt es bereits als Volkslied. Gruber und Mohr erschienen gemeinsam auf Briefmarken aus ├ľsterreich im Jahr 1948 und 1987. Josef Mohr wirkte weiter als Priester und k├╝mmerte sich besonders um Kinder, Alte und Arme. Am 4. Dezember 1848 ist er in Wagrain gestorben.

Authored by: Udo Angerstein

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