Vom Murmelspiel zum Schreibwerkzeug

L√°szl√≥ J√≥zsef B√≠r√≥ auf ungarischer BriefmarkeHeute ist er aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken, doch ist seine Erfindung noch gar nicht so lange her. Das durfte auch schon der eine oder andere F√§lscher feststellen, der nach 1943 entstandene Schriftst√ľcke als wesentlich √§ltere Exemplare ausgeben wollte ‚Ķ Heute vor 70 Jahren, am 10. Juni 1943, meldete L√°szl√≥ J√≥zsef B√≠r√≥ in Argentinien das Patent f√ľr den Kugelschreiber an. F√ľnf Jahre zuvor hatte der ungarische Jude bereits in seinem Heimatland ein Patent daf√ľr angemeldet, doch Krieg und Verfolgung hatten die Entwicklung gestoppt und B√≠r√≥ √ľber Frankreich ins Exil nach Argentinien gef√ľhrt.

Zuvor hatte er n√§mlich zuf√§llig den argentinischen Pr√§sidenten kennen gelernt und dieser B√≠r√≥s Kugelschreiber, sodass seiner Erfindung in der neuen Heimat endlich der verdiente Erfolg beschieden war: Noch im gleichen Jahr konnte er die Lizenz f√ľr den Kugelschreiber f√ľr den damals enormen Betrag von zwei Millionen Dollar an eine amerikanische Firma verkaufen.

Ladislao Jos√© Biro auf argentinischer BriefmarkeDie Idee daf√ľr soll ihm √ľbrigens gekommen sein, als er Kinder beim Murmelspiel beobachtete: Eine Murmel war durch eine Pf√ľtze gerollt und hinterlie√ü danach auf trockener Fl√§che eine Wasserlinie. B√≠ro hat im Lauf seines Lebens etwa 30 Erfindungen gemacht, so etwa 1932 ein Automatikgetriebe, welches General Motors erwarb, und zwar nur, damit niemand anderer es verwerten konnte, dazu eine Art Vorl√§ufer des Deo-Rollers, sowie einen neuen Kunststoff entwickelt. In Argentinien ist er als Ladislao Jos√© Biro bekannt geworden und 1985 im Alter von 86 Jahren in Buenos Aires gestorben. Zu seinen Ehren wurde sein Geburtstag, der 29. September, in Argentinien zum ‚ÄěTag des Erfinders‚Äú erkl√§rt.

Authored by: Udo Angerstein

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