Lebenszeichen deutscher Soldaten

Die DDR lie√ü es sich nat√ľrlich nicht nehmen, Hilde und Hans Coppi philatelistisch zu ehren. Der Zuschlag kam 1961 dem Aufbau nationaler Gedenkst√§tten zugute, MiNr. 853 (Abb. Schwaneberger Verlag).

Die DDR lie√ü es sich nat√ľrlich nicht nehmen, Hilde und Hans Coppi philatelistisch zu ehren. Der Zuschlag kam 1961 dem Aufbau nationaler Gedenkst√§tten zugute, MiNr. 853 (Abb. Schwaneberger Verlag).

Hilde Rake war am 30.Mai 1909 in Berlin zur Welt gekommen. Nach der Schule hatte sie in einer Arztpraxis gearbeitet. Danach war sie bei der Reichsversicherungsanstalt f√ľr Angestellte t√§tig. Leute, die der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) angeh√∂rten, kannte sie schon seit einiger Zeit. Und im Jahr 1935 lernte sie Hans Coppi kennen.
Coppi, 1916 in Berlin geboren, war schon als Jugendlicher dem nach 1933 verbotenen Kommunistischen Jugendverband Deutschlands (KJVD) beigetreten. Von den Nazis wurde er seit Jahren verfolgt. Seine politische Gegenwehr hatte Coppi aber auch fortgesetzt, nachdem man ihn 1934 in das Konzentrationslager Oranienburg und danach ins Jugendgef√§ngnis gesperrt hatte. Noch immer kn√ľpfte er am widerst√§ndischen Netz. Gemeinsam mit politischen Freunden verteilte er regimekritische Plakate und Flugbl√§tter, die den Terror und die skrupellosen Kriegspl√§ne der Nazis verrieten. Auch leistete man riskante Fluchthilfe f√ľr Verfolgte.
Als Coppi und Rake 1941 heirateten, hatten die beiden Verbindung zu den Kreisen um Harro Schulze-Boysen und Arvid Harnack ‚Äď sozialistische Regime-Gegner, die versuchten, Kontakte mit der Sowjetunion zu unterhalten. Hilde und Hans Coppi beteiligten sich an den subversiven Aktivit√§ten der Gruppe.
√úber geheimen Funkkontakt sollte Hans Coppi dem sowjetischen Kriegsgegner milit√§rische Pl√§ne der deutschen Regierung √ľbermitteln und versuchen, den Widerstand in Deutschland mit unterst√ľtzenden Kr√§ften im Ausland zu verbinden.
Hilde Coppi bem√ľhte sich hingegen um die Herstellung einer Kommunikation von deutschen Kriegsgefangen in Russland und deren Angeh√∂rigen. Daf√ľr h√∂rte sie den sowjetischen Sender ‚ÄěRadio Moskau‚Äú. Denn dort gaben gelegentlich deutsche Soldaten Lebenszeichen in Richtung Heimat von sich. In verdeckter Zusammenarbeit mit nur zwei weiteren Helfern gelang es Hilde Coppi tats√§chlich, das Geh√∂rte an deren deutsche Angeh√∂rige weiterzugeben. Damit konnte auch der nationalsozialistischen Propaganda √ľber die sofortige Hinrichtung deutscher Gefangener entgegengearbeitet werden.
Im Sommer 1941 fand die nationalsozialistische Ausstellung ‚ÄěDas Sowjetparadies‚Äú statt. Unter jenen, die in den Stra√üen Berlins Plakate verteilten, welche die anti-sowjetische Denunziation der Nazis umkehrten, war auch das Ehepaar Coppi.
Im Herbst 1942 war es dann vorbei. Zahlreiche K√§mpfer des Berliner Widerstands wurden als Mitglieder der ‚ÄěRoten Kapelle‚Äú ‚Äď mit dem kommunistischen, ‚Äěroten‚Äú Feind √ľber das ‚ÄěInstrument‚Äú des Funkes und Morsecodes kooperierende Landesfeinde ‚Äď verhaftet und nach einem Schauprozess als Spione und Landesverr√§ter zum Tode verurteilt.
Nachdem ihr Mann zusammen mit zehn weiteren Verurteilten am 22. Dezember 1942 erhängt worden war, wurde auch Hilde Coppi am 5. August 1943 in Berlin von den nationalsozialistischen Verfolgern ermordet. Am 27.November hatte sie, bereits in Haft, den gemeinsamen Sohn Hans zur Welt gebracht.


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Authored by: Marius Prill

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