Die Jahrhundert-Rede

Zum 50. Geburtstag 1979 ehrten die Vereinigten Staaten den 1968 ermordeten FriedensnobelpreistrÀger philatelistisch, MiNr. 1372.

Zum 50. Geburtstag 1979 ehrten die Vereinigten Staaten den 1968 ermordeten FriedensnobelpreistrÀger philatelistisch, MiNr. 1372.

Am 28. August 1963 hielt Martin Luther King seine durch die Worte „I have a dream“ berĂŒhmt gewordene Rede. Der 50. Jahrestag dieses Ereignisses gibt auch Anlass, ĂŒber die Verwirklichung der Ziele und Hoffnungen, die der fĂŒnf Jahre spĂ€ter ermordete BĂŒrgerrechtler anlĂ€sslich des „March on Washington for Jobs and Freedom“ formulierte, im Amerika des Jahres 2013 nachzudenken. Gesetze garantieren heute die Gleichstellung von Schwarzen und Weißen. Seit 2008 hat das Land mit Barack Obama seinen ersten schwarzen PrĂ€sidenten. Die sozialen und ökonomischen Lebensbedingungen der afroamerikanischen Bevölkerung sind aber noch immer schlechter als die der weißen Amerikaner.
Rassismus und soziale Benachteiligung der afroamerikanischen Bevölkerung waren in den USA des mittleren 20.Jahrhunderts nirgends ausgeprĂ€gter als im SĂŒden des Landes. Dort, in Atlanta, Georgia, war Michael King jr. am 15. Januar 1929 zur Welt gekommen. Seinen Namen Ă€nderten die Eltern bald noch einmal zu Ehren Martin Luthers. King besuchte die UniversitĂ€t, studierte an der School of Theology der Bostoner UniversitĂ€t Theologie und wurde dann Pfarrer.
Und zwar in Montgomery, Alabama. Dort wirkte er 1955 an der Organisation des Boykotts und Protestes der schwarzen Stadtbewohner in Folge der Verhaftung von Rosa Parks mit. Parks hatte sich geweigert, ihren Bus-Sitzplatz fĂŒr einen weißen Fahrgast zu rĂ€umen.
In den nĂ€chsten Jahren wurde King die zentrale Figur des Civil Rights Movement, das mit friedlichem Protest neben der rechtlichen Situation auch das allgemeine Bewusstsein im Land fĂŒr die Diskriminierung der afroamerikanischen Bevölkerung verĂ€ndert hatte. Der tief verankerte Widerstand, auf den die BĂŒrgerrechtsbewegung dabei vor allem im SĂŒden traf, beinhaltete schon frĂŒh auch die konkrete Bedrohung von Kings Leben. Der charismatische und versierte Rhetoriker ließ sich dadurch ebenso wenig von fortwĂ€hrenden, unzĂ€hligen Auftritten und der Organisation von Demonstrationen abhalten wie von seinen diversen Verhaftungen. Zahlreiche mörderische Attacken weißer Rassisten wie dem Ku-Klux-Klan auf schwarze und weiße BĂŒrgerrechtler sorgten jenseits der SĂŒdstaaten zunehmend fĂŒr Empörung.
Im Sommer 1963 hatte man mit John F. Kennedy einen PrĂ€sidenten, der bereit war, die Anliegen der BĂŒrgerrechtsbewegung durch weitreichende GesetzesvorsachlĂ€ge zu unterstĂŒtzen. Am nicht nur in den USA im Fernsehen ĂŒbertragenen Washingtoner Marsch beteiligten sich ĂŒber 200.000 Menschen, von denen zigtausende Weiße waren. Die Demonstration war von diversen, nicht nur afroamerikanischen BĂŒrgerrechtsorganisationen veranstaltet worden, unter anderem von der „Southern Christian Leadership Conference“, der King seit 1957 vorstand.

Eine der vielen WĂŒrdigungen weltweit: belgische Sondermarke von 1999 aus einem Zusammendruckbogen zur Jahrtausendwende, MiNr. 2914.

Eine der vielen WĂŒrdigungen weltweit: belgische Sondermarke von 1999 aus einem Zusammendruckbogen zur Jahrtausendwende, MiNr. 2914.

Der Prediger King hielt seine eindrĂŒcklich formulierte und vorgetragene Rede zum Ende der Veranstaltung am Lincoln Memorial. Er wies auf die nicht eingelösten freiheitlichen Verheißungen der amerikanischen Verfassung hin. Endlich sollten sie jetzt auch fĂŒr die schwarzen Amerikaner RealitĂ€t und die Rassentrennung aufgelöst werden. Kings „Traum“ war, so sagte er es, einer, der mit dem „amerikanischen Traum“ verwandt war. Der „Glaube“ und die „Hoffnung“ auf eine zukĂŒnftige Gleichstellung und ein harmonisches Zusammenleben von Schwarzen und Weißen wĂŒrde die Menschen im Land ermĂ€chtigen „die schrillen MissklĂ€nge in unserer Nation in eine wunderbare Symphonie der BrĂŒderlichkeit zu verwandeln“.
Im Jahr seiner Rede machte das „Time magazine“ ihn zum „Man of the Year“, im folgenden erhielt Martin Luther King mit nur 35 Jahren den Friedensnobelpreis. Durch die Bestimmungen des „Civil Rights Act“ 1964 und des „Voting Rights Act“ ein Jahr spĂ€ter wurde die Gleichberechtigung der schwarzen Bevölkerung der USA entscheidend vorangebracht.

Authored by: Marius Prill

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