Javanische Symbole und stilisierte Linien

Motiv von Jan Toorop auf niederl√§ndischer Briefmarke von 1923Jan Toorop wurde am 20. Dezember 1858 in Poerworedjo auf der indonesischen Insel Java geboren. Seine Eltern waren ein niederl√§ndischer Kolonialbeamter und dessen britische Frau. Im Alter von elf Jahren verlie√ü er Indonesien, um in den Niederlanden eine bessere Ausbildung zu bekommen. Es folgte der Besuch von verschiedenen Schulen und Kunstakademien. Der erste Meilenstein in Toorops Karriere war der Einstieg in die Kunsthochschule Den Haag. In dieser Fr√ľhphase seines Schaffens trat er der ‚ÄěHoll√§ndischen Zeichengemeinschaft‚Äú bei, einer Gruppe internationaler K√ľnstler, die die Ausstellung von Aquarellen f√∂rderte. Hier bildeten sich viele Kontakte und Freundschaften zu anderen K√ľnstlern heraus, die f√ľr sein sp√§teres Schaffen pr√§gend sein sollten. Nach der Zeit auf der Kunstakademie folgten einige Studienreisen nach England, die ihn dazu inspirierten, sich in seiner k√ľnstlerischen T√§tigkeit vermehrt den sozialen Problemen seiner Zeit anzunehmen.

Ab 1893 n√§hern sich seine Werke dem Jugendstil an. Seinen Namen hat diese Kunstrichtung von der Berliner Zeitschrift ‚ÄěJugend‚Äú. Dieser kann als Antwort auf die industrielle Massenproduktion und die damit verbundene Warenmasse mit √ľppigen Verzierungen, die sich √ľber die europ√§ischen Gro√üst√§dte ausbreitete. Die Malerei antwortete darauf mit abstrakten und stilisierten Linien.

Jan Toorop auf Briefmarke aus den Niederlanden 20011887 brach bei Jan Toorop eine schwere Krankheit aus, die auch zeitweise zur Erblindung des Malers f√ľhrte. Je nach Lebensphase √§nderten sich auch die Motive in der Malerei Toorops. Sp√§ter setzte er sich intensiv mit der eigenen Spiritualit√§t auseinander. Die Lebensphase zu Beginn des 20.¬† Jahrhunderts war von religi√∂sen Erweckungserlebnissen gepr√§gt. Sie wurde von Toorop in der Malerei durch die Behandlung mystischer Motive behandelt. Im wirklichen Leben verkehrte er einerseits in okkulten Kreisen, trat dann aber nach einer l√§ngeren Vorbereitungsphase zum Katholizismus √ľber. Damit einhergehend arbeitete er wieder vermehrt mit der Technik des Pointillismus. Dies ist eine Maltechnik, bei der keine Farbe gro√üfl√§chig angemischt wird, sondern die Mischung durch eine Vielzahl kleiner und feiner Farbtupfer hergestellt wird. Diese Maltechnik wurde in den 1880er Jahren durch neue Erkenntnisse in der Farbenlehre vorangetrieben. Das technische Prinzip ist der Simultankontrast dieser kleinen Farbtupfer. Durch den Blick aus der Ferne verschmelzen diese kleinen Punkte zu einer gr√∂√üeren Gestalt.

Jan Toorop auf Briefmarke 2002Jan Toorops Werk zeichnete sich vor allem durch seine Vielseitigkeit aus. Seine Kunst ver√§nderte sich st√§ndig, was ihm erlaubte, Ma√ügebliches in verschiedenen Kunstrichtungen zu leisten. Jan Toorops Werke werden dem Jugendstil, dem Symbolismus und auch dem Pointillismus zugerechnet. Seinen eigensinnigen symbolistischen Stil entwickelte er aus den Einfl√ľssen von Motiven aus seinem indonesischen Geburtsland und den gegenw√§rtigen Kunststr√∂mungen im damaligen Europa. Der Dichter Jean Mor√©as beschrieb 1886 im symbolischen Manifest den Kern dieser Kunstrichtung: ‚ÄěDie wesentliche Eigenschaft der symbolistischen Kunst besteht darin, eine Idee niemals begrifflich zu fixieren oder direkt auszusprechen.‚Äú Nachdem dieser Stil auf der Weltausstellung 1889 bekannt geworden war, breitete er sich √ľber ganz Europa aus.

Jan-Toorop-Briefmarke-1923aF√ľr Jan Toorop war der Erste Weltkrieg ein wichtiger Einfluss in seiner sp√§ten Schaffensphase. Vor allem das Elend der Kriegsfl√ľchtlinge, die in den Niederlanden ankamen, war ein gro√üer Einfluss im sp√§ten Werk des K√ľnstlers. Im Alter machten sich vermehrt gesundheitliche Probleme bemerkbar. So beeintr√§chtigte ihn schlie√ülich eine K√∂rperl√§hmung, die ein Bein komplett steif werden lie√ü. Trotz dieser Belastungen blieb er bis ins Alter aktiv. Sein letztes Werk ist ein gro√ües Selbstportr√§t, dass 1927 fertig gestellt wurde. Jan Toorop starb am 3. M√§rz 1928.

Authored by: mgloger

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