In allen musikalischen Bereichen aktiv

Paul-Hindemith-Briefmarke

Zum 110. Geburtstag erschien Paul Hindemith 1995 auf Briefmarke, MiNr. 1827.

Als vielseitiger Komponist u.a. von Orchester-, Kammer-und Klaviermusik, als Instrumentalist an Violine und Bratsche und auch als Dirigent gelangte Paul Hindemith zu weltweitem Erfolg. Der stets an Weiterentwicklung interessierte Vertreter ‚Äěmoderner‚Äú Komposition formulierte und vermittelte seine musikalischen Ans√§tze auch in theoretischer Art und Weise und in p√§dagogischer Absicht. Im hessischen Hanau zur Welt gekommen, studierte Hindemith an ‚ÄěDr. Hochs Konservatorium‚Äú in Frankfurt. Dort nahm er Instrumental-und Kompositionsunterricht und erhielt zun√§chst speziell im Rahmen seiner Ausbildung an der Violine Anerkennung. An die Musikakademie war Hindemith durch ein Stipendium gekommen. Fr√ľh hatte er mit seinem Bruder Rudolf und seiner Schwester Antonia in einem Trio gespielt, das √∂ffentlich aufgetreten war. Musikalische Bildung und dar√ľberhinaus die Anbahnung einer musikalischen Karriere war die entschiedene Absicht von Rudolf Hindemith, dem Vater, gewesen, der dabei und √ľberhaupt einen ziemlich autorit√§ren Erziehungsstil praktiziert hatte.

Nach ersten Anstellungen als Violinist an der Frankfurter Oper und saisonalen Engagements in Kurorchestern musste der 22 Jahre alte Hindemith 1917 Milit√§rdienst im Ersten Weltkrieg leisten. Anders als sein 1915 gefallener Vater, erlebte er nach einem Fronteinsatz als Milit√§rmusiker das Ende des Krieges. Bis 1923 spielte Hindemith im Quartett seines ehemaligen Lehrers Adolf Rebner. Seine eigenen Kompositionen waren da bereits zur Kenntnis genommen und aufgef√ľhrt worden. Ein langfristiger Vertrag mit dem Mainzer Musikverlag ‚ÄěB. Schott¬īs S√∂hne‚Äú erm√∂glichte es Hindemith im neuen Jahrzehnt schlie√ülich, mehr Konzentration auf die Arbeit als Komponist richten zu k√∂nnen.

Donaueschinger-Musiktage-Briefmarke

An 75 Jahre Donaueschinger Musiktage wurde 1996 erinnert, MiNr. 1890.

Besonders hatten dazu Erfolge seiner Kompositionen bei den sommerlichen Donaueschinger Kammermusiktagen beigetragen, an deren programmatischer Konzeption Hindemith schlie√ülich selbst jahrelang teilhatte. Aber nicht nur in Donaueschingen, sondern auch mit dem bis 1929 aktiven ‚ÄěAmar Quartett‚Äú und dar√ľber hinaus als Solist an der Bratsche erntete Hindemith stets auch Erfolge als Instrumentalist. Seine erste akademische Besch√§ftigung ergab sich mit einer Professur an der Berliner Musikhochschule im Jahr 1927. In Berlin kn√ľpfte der auch jenseits der Universit√§t musikp√§dagogisch ambitionierte, schreibende und unterrichtende Hindemith diverse Bekanntschaften mit prominenten Vertretern unterschiedlicher k√ľnstlerischer Bereiche. Zum Beispiel ergab sich f√ľr das Oratorium ‚ÄěDas Unaufh√∂rliche‚Äú eine Zusammenarbeit mit dem Dichter Gottfried Benn.

Mit Literatur und zeitgen√∂ssischen literarischen und k√ľnstlerischen Str√∂mungen befand sich Hindemith generell in Austausch. Die Kooperation mit Benn war von philosophischen Gedanken Friedrich Nietzsches beeinflusst, und Hindemiths ausdruckstarke und herausfordernd experimentelle Musik der fr√ľhen Jahre entstand nicht zuletzt unter Einfluss des gegenw√§rtigen Expressionismus. In den 20er-Jahren hingegen besch√§ftigte er sich u.a. im Rahmen von Kooperationen mit Bertolt Brecht und Kurt Weill mit M√∂glichkeiten und mit der Notwendigkeit sachlicherer Komposition und gesellschafts- und h√∂rernaher Produktion von Musik. Dabei ber√ľcksichtigte Hindemith auch neue mediale Kontexte wie Rundfunk und Film. Eine √§u√üerst anspruchsvolle Vorstellung von Komposition und daf√ľr erforderlicher F√§higkeiten, die Hindemith als akademischer Kompositionslehrer verfolgte, kam auch in der in den 1930er-Jahren begonnen musikwissenschaftlichen Untersuchung ‚ÄěUnterweisung im Tonsatz‚Äú zum Ausdruck.

Ein erfolgreiches Jahrzehnt erfuhr im Zuge der Machtergreifung des nationalsozialistischen Regimes jedoch ein d√ľsteres Ende, als Hindemiths Arbeiten verboten wurden und er sich, wie so viele K√ľnstler, aggressivsten Diffamierungen ausgesetzt sah. 1924 hatte Hindemith Johanna Gertrude Rottenberg geheiratet, die nicht nur S√§ngerin, sondern auch eine Tochter Ludwig Rottenbergs war, unter dessen Leitung Hindemith an der Frankfurter Oper zu Beginn seiner Karriere als Konzertmeister gearbeitet hatte. Das kinderlose Ehepaar verlie√ü das Land.

Aus der Schweiz ging Hindemith 1940 schlie√ülich in die USA, die er bereits in den vorangegangenen Jahren f√ľr Konzerttourneen bereist hatte und wo sich ihm an den Universit√§ten Yale und Harvard abermals Lehrauftr√§ge er√∂ffneten. Bereits bis dahin n√§mlich wurde Hindemiths Werk in den USA intensiv und mit gro√üem Anklang rezipiert. Von verschiedenen amerikanischen Institutionen erhielt er im Zuge seines Aufenthaltes zahlreiche Auszeichnung und Ehrenw√ľrden.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und nach √ľber einem Jahrzehnt f√ľhrte Hindemiths Weg jedoch wieder zur√ľck nach Frankfurt. Und dies erneut √ľber die Schweiz, wo er eine musikwissenschaftliche Professur in Z√ľrich bekleidete. Vor allem in dieser Zeit war Hindemith w√§hrend diverser Europatourneen und auch auf Konzertreisen nach S√ľdamerika und Asien als Dirigent t√§tig.
Paul Hindemith starb am 28. Dezember 1963 in Folge mehrerer Schlaganf√§lle.1957 hatte er die Arbeit im selben Jahr uraufgef√ľhrte Oper ‚ÄěDie Harmonie der Welt‚Äú abgeschlossen. Neben der Musik hatte Hindemith dabei auch das Libretto geschrieben.


Anzeige
Jetzt bestellen MICHEL
Mittelmeerländer 2023/2024 (E 9)

ISBN: 978-3-95402-459-9
Preis: 72,00 ‚ā¨
Versandkostenfreie Lieferung innerhalb Deutschlands.

Jetzt bestellen


Authored by: Marius Prill

There are 2 comments for this article
  1. golpe at 23:57

    m√ľsste es nicht „in alleN musikalischen Bereichen“ hei√üen?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert