Von der Bareinzahlung zur Postanweisung

150 Jahre Postanweisung in Preußen

Am 1. Januar 1865 wurde in Preu√üen das Postanweisungsverfahren eingef√ľhrt. Zwar gab es schon vorher die M√∂glichkeit, Geldbetr√§ge nicht nur in ihrer physischen Form in einem Wertbrief, sondern auch als auf einen Brief eingezahlten Betrag zu versenden. Durch die Einf√ľhrung des Verfahrens der Postanweisung aber wurde die Versendung von kleineren Geldbetr√§gen sowohl f√ľr die preu√üische Post als auch f√ľr die Kunden deutlich vereinfacht. Mit der Verordnung Nr. 265 aus dem Amtsblatt des K√∂niglichen Postdepartements Nr. 50 aus dem 1848 [1] wurde ab dem 1. Dezember 1848 die M√∂glichkeit f√ľr die Postkunden er√∂ffnet, Betr√§ge bis zu 25 Taler auf aufgegebene Briefe einzuzahlen. Diese Betr√§ge wurden dann an den Empf√§nger ausgezahlt. Die Geb√ľhr f√ľr die eingezahlten Betr√§ge betrug f√ľr jeden Taler beziehungsweise eines Teils davon ¬Ĺ Silbergroschen neben der normalen Briefgeb√ľhr unabh√§ngig von der Entfernung. Die Verordnung Nr. 265 enthielt neben den Bestimmungen zur Annahme und der Spedition der Briefe mit Bareinzahlungen auch besondere Anweisungen, wie der Geldbetrag an den Empf√§nger auszuzahlen war.

Postanweisung-Berlin

Postanweisung innerhalb Berlins √ľber 8 Pfennig, aufgegeben im Hofpostamt am 2. November 1867, frankiert mit einer 1-Silbergroschen-Marke der Adlerausgabe. Angesichts des geringen Betrages wird es sich wahrscheinlich um eine amtliche Zahlung an den Tabakfabrikanten Schneider gehandelt haben. Augenscheinlich wurde der Betrag ausgezahlt, da der seitliche Teil der Postanweisung, der als Beleg vom Empf√§nger verwendet werden konnte, abgetrennt wurde (59. Jennes und Kl√ľttermann-Auktion [19]).

Der wesentliche Vorteil der Bareinzahlung gegen√ľber der Versendung von Geldbetr√§gen (insbesondere von M√ľnzen) mit Wertbriefen bestand in der Vermeidung der durch die Gewichtsprogression h√∂heren Briefgeb√ľhr. Allerdings war die Versicherungsgeb√ľhr f√ľr Wertbriefe im Verh√§ltnis deutlich niedriger, aber von der Entfernung abh√§ngig. Ein weiterer Vorteil: Briefe mit Bareinzahlung mussten nicht wie Wertbriefe mit f√ľnf Siegeln verschlossen werden.

Aus dieser ersten Geb√ľhrenperiode der Bareinzahlungen sind vor allem barfrankierte Briefe bekannt, da zum einen erst am 15. November 1850 die ersten preu√üischen Freimarken erschienen. Zum anderen war es bis Ende 1851 nicht gestattet, Fahrpostsendungen, zu denen auch die Briefe mit Bareinzahlung z√§hlten, mit Freimarken freizumachen. Auf der gegen√ľberliegenden Seite wird ein Brief mit Bareinzahlung von Luckau nach Calau vom 3. Dezember 1849 vorgestellt. Die Orte sind circa drei Meilen (eine Meile entspricht etwa 7,5 Kilometern) voneinander entfernt; somit war, da das Gewicht des Briefes unter ¬ĺ Lot (ein Lot entspricht rund 15 Gramm) lag, gem√§√ü der Geb√ľhren√§nderung von 1844 eine Briefgeb√ľhr von 1 Silbergroschen zu entrichten. Die Geb√ľhr f√ľr die Bareinzahlung von 6 Taler 17 Silbergroschen betrug gem√§√ü der vorgenannten Verordnung von 1848 3¬Ĺ Silbergroschen. Die Gesamtgeb√ľhr von 4¬Ĺ Silbergroschen wurde mit R√∂telstift auf auf der Vorderseite des Briefes notiert, um die Zahlung der Geb√ľhr durch den Absender zu dokumentieren …

Den kompletten Artikel von Dr. Hans-Werner Meiners √ľber die preu√üischen Postanweisungen finden Sie in der neuen¬†DBZ 1/2015, die Sie aktuell im Bahnhofsbuchhandel bekommen. Abonnenten sparen sich den Weg und auch noch Geld…


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Authored by: Udo Angerstein

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