Faszination Inini

Gestempelt und auf Brief selten

Mit Dekret vom 9. Juni 1930 beschloss die franz√∂sische Nationalversammlung, die ca. 90 000 Quadratkilometer umfassende Kolonie Franz√∂sisch-Guyana aufzuteilen. Dabei wurde das urspr√ľngliche Franz√∂sisch-Guyana auf einen K√ľstenstreifen von etwa 30 bis 60 km Tiefe und 20 000 Quadratkilometer reduziert. Von rudiment√§rer Landwirtschaft abgesehen, hatte es keine nennenswerte wirtschaftliche Bedeutung, verf√ľgte jedoch neben der Hauptstadt Cayenne √ľber die wichtigsten Siedlungsgebiete. Unter der offiziellen Bezeichnung ‚ÄěTerritoire de l‚ÄôInini‚Äú (Territorium von Inini) wurde das bisherige rund 70.000 qkm gro√üe Verwaltungsgebiet ‚ÄěHaut-Sinnamary‚Äú am 1. September 1930 weitgehend selbst√§ndig. Namensgeber war das Fl√ľsschen Inini, ein Nebenfluss des Maroni, der die Grenze zu Surinam bildet. Das Territorium von Inini umfasste somit das eigentliche Kernland der Kolonie mit seinen Bodensch√§tzen, in erster Linie Goldvorkommen, seinem reichen Waldbestand mit wertvollen Edelh√∂lzern, Gummigewinnung und so weiter.

Brief-Inini

Einer der seltenen Bedarfsbriefe aus Inini ging am 27. April 1937 im Secteur du Centre auf die Post und reiste in das franz√∂sische Nice. Die Freimachung erfolgte mit der 50-Centimes-Dauermarke Franz√∂sisch-Guyanas mit dem Aufdruck ‚ÄěTerritoire de Inini‚Äú, MiNr. 10.

inini-Brief
Die Meinungen √ľber die Gr√ľnde dieser Territorialentscheidung gehen weit auseinander und liefern Stoff f√ľr mancherlei Ger√ľchte und Spekulationen. Eine so entscheidende wie schillernde Rolle spielte offenbar der Innenpolitiker und Journalist Eug√®ne Lautier, von 1924 bis 1932 Abgeordneter von Franz√∂sisch-Guyana, also genau zu der Zeit der Teilung. Lautier nutzte sein politisches Mandat, unter seiner Obhut das neu geschaffene Territorium der internationalen Finanzwelt zu √∂ffnen. Dies war umso leichter, als das Gebiet der Verantwortung des Conseil G√©n√©ral entzogen war. Auch Lautier selber lie√ü nichts unversucht, √ľber seine schon vor der Abspaltung gegr√ľndeten Unternehmen sich den wirtschaftlich interessantesten Teil von Inini zu sichern, vermutete man dort doch √Ėl- und Diamantvorkommen. Gleichwohl scheiterten seine Pl√§ne, nachdem seine Hausbank insolvent geworden war …

Den kompletten Artikel von Dr. Bernhard Jankowsky k√∂nnen Sie in der aktuellen DBZ 6/2015 lesen, die Sie im Bahnhofsbuchhandel bekommen. Abonnenten sparen sich den Weg und auch noch Geld…

Authored by: Udo Angerstein

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