Langer Kampf um Vernunft

deutsch-französische Aussöhnung

Gustav Stresemann versuchte bereits in den zwanziger Jahren, die deutsch-französische Aussöhnung in die Wege zu leiten.

Heute vor 50 Jahren trafen in Reims Bundeskanzler Konrad Adenauer und der französische StaatsprĂ€sident Charles de Gaulle zusammen. Die Begegnung gilt als Auftakt zur deutsch-französischen Aussöhnung, die in den ÉlysĂ©e-Vertrag mĂŒndete. Dieser wurde am 22. Januar 1963 unterzeichnet. Zum 50. Jahrestag geben Deutschland und Frankreich am 22. Januar 2013 gemeinsam Zwei-Euro-KursgedenkmĂŒnzen aus. Eine Gemeinschafts-Briefmarke dĂŒrfte im Januar erscheinen; der Ersttag steht noch nicht fest.
BemĂŒhungen, das VerhĂ€ltnis beider LĂ€nder zu entspannen, hatte es weitaus frĂŒher schon gegeben. Vor dem Ersten Weltkrieg, also schon vor 100 Jahren,  trafen die Vorsitzenden der sozialdemokratischen Parteien, August Bebel und Jean JaurĂšs, wiederholt zusammen. Insbesondere JaurĂšs engagierte sich leidenschaftlich gegen den neuerlichen Krieg, den er kommen sah. In der Zwischenkriegszeit traten die Außenminister, der nationalliberale Gustav Stresemann und der Sozialdemokrat Aristide Briand, fĂŒr die Zusammenarbeit Deutschlands und Frankreichs ein, bekamen dafĂŒr auch den Friedensnobelpreis zugesprochen. Durchsetzen konnten sie sich alle aber nicht. Auch Briands Projekt einer EuropĂ€ischen Union blieb in der Schublade.
Erst nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich die Vernunft durch, wobei das Verdienst auf französischer Seite mehr dem konservativen Republikaner Robert Schuman denn de Gaulle gebĂŒhrt. Schuman setzte sichbereits Ende der vierziger und Anfang der fĂŒnfziger Jahre fĂŒr die europĂ€ische Einigung ein, scheiterte aber an innenpolitischen WiderstĂ€nden. Im Amt des Justizministers konnte er dann 1957 die Annahme der Römischen VertrĂ€ge feiern.


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Authored by: Torsten Berndt

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