Alle lieben Maja

Umschläge und Klappkarten der Deutschen Post.

Millionen von Kindern sind mit den Erlebnissen der selbstbewussten Biene Maja groß geworden, die das ereignisreiche Leben auf der Wiese dem Dasein einer Arbeitsbiene im betriebsamen Bienenstock vorzog.
Der Vater der kleinen Maja, Waldemar Bonsels, ist heute vor 60 Jahre gestorben. Mit seinen im neuromantischen Stil verfassten B√ľchern ‚ÄěDie Biene Maja und ihre Abenteuer‚Äú (1912) und ‚ÄěHimmelsvolk‚Äú (1915) fand er Leser in aller Welt. Auch mit heute kaum noch bekannten Werken wie ‚ÄěIndienfahrt‚Äú (1917) oder der Naturm√§rchen-Trilogie ‚ÄěMario, ein Leben im Walde‚Äú (1928-1937) feierte er Erfolge. In den 20er-Jahren geh√∂rte Bonsels zu den meistgelesenen deutschen Autoren.

Jugendmarke von 1998 mit der Biene Maja und dem Grash√ľpfer Flip.

An den Erfolg seiner B√ľcher kn√ľpfte in den 70er-Jahren die japanisch-√∂sterreichische Zeichentrickserie ‚ÄěDie Biene Maja‚Äúan, mit der die Kinder sp√§terer Generationen aufwuchsen. F√ľr sie sind auch der Grash√ľpfer Flip und der antriebslose Bienenjunge Willi untrennbar mit der Biene Maja verbunden, wenn diese Figuren auch nicht der Fantasie Bonsels entstammen, sondern von den Fernsehmachern entwickelt wurden.
Wer das Leben Bonsels betrachtet, wird unweigerlich auch mit dessen antisemitischer Geisteshaltung und seiner Sympathie f√ľr das NS-Regime konfrontiert. Seinen 1942 als Privatdruck erschienener Jesus-Roman ‚ÄěDositos‚Äú sandte er mit dem Hinweis auf die antisemitische Wirkung an den Reichsinnenminister Wilhelm Frick. Die B√ľcherverbrennungen bezeichnete er als ‚Äěetwas zu st√ľrmisch, aber von Nutzen‚Äú.


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Authored by: Tanja Uhde

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