Ein Platz auf der literarischen Weltkarte

Ein Platz auf der literarischen Weltkarte

‚ÄěWer immer nur nach dem Zweck der Dinge fragt, wird ihre Sch√∂nheit nie entdecken.‚Äú (Halld√≥r Laxness)

In kaum einem anderen Land der Welt werden, gemessen an der Einwohnerzahl, so viele B√ľcher geschrieben und gekauft wie in Island. Rund 400 Schriftsteller z√§hlt der isl√§ndische Schriftstellerverband, dazu kommen etwa 40 Verlage, eine enorme Anzahl angesichts von gerade mal 320 000 Einwohnern. Literaturnobelpreistr√§ger haben die Isl√§nder allerdings ‚Äď bis jetzt ‚Äď nur einen vorzuweisen: Halld√≥r Laxness, der heute, am Welttag des Buches vor 111 Jahren in Reykjavik geboren wurde. Geboren wurde er unter dem Namen Halld√≥r Gu√įj√≥nsson als Sohn eines Bauern auf dem Gut Laxnes, den Schulbesuch mied er, so m√∂glich, verfasste allerdings bereits mit 17 Jahren seinen ersten Roman.

Kurz darauf √ľbersiedelt er vom damals eher r√ľckst√§ndigen Island nach D√§nemark √ľber und beginnt, auf D√§nisch zu schreiben. Von D√§nemark aus bereist er, obwohl nahezu mittellos, halb Europa und sp√§ter auch die USA. ‚ÄěLaxness fand es immer ganz selbstverst√§ndlich, dass Leute ihm mit Geld halfen und dass sie es nicht zur√ľck haben wollten‚Äú, so sein Biograf Halld√≥r Gudmundsson, ‚Äěund weil er es selbstverst√§ndlich fand, kam er damit ans Ziel.‚Äú Mit 20 tritt er zum Katholizismus √ľber, was ihn in die komfortable Lage versetzt, die Verantwortung f√ľr ein zuvor von ihm geschw√§ngertes Dienstm√§dchen abzulehnen, denn als Katholik kann er ja nicht f√ľr seine Vergehen als Protestant verantwortlich sein.

Ebenso radikal wie dem Katholizismus wendet er sich sp√§ter auch dem Kommunismus zu, dem er nach dem Ungarn-Aufstand 1956 jedoch wieder eine Abfuhr erteilt. Ende der 20er-Jahre verschl√§gt es den jungen Mann nach Hollywood, Drehbuchautor will er nun werden, jedoch erfolglos. Erfolg hat er jedoch mit seinen Romanen: 1955 erh√§lt er als erster Isl√§nder den Nobelpreis f√ľr Literatur. Er lebt nun, weltber√ľhmt und anerkannt, ein Leben im Luxus, ab 1980 schreibt er kaum noch, und widmet sich fast nur noch dem Klavierspiel. Am 8. Februar 1998 ist er gestorben. 60 B√ľcher hat er Zeit seines Lebens ver√∂ffentlicht, darunter ‚ÄěAtomstation‚Äú, ‚ÄěDer gro√üe Weber von Kaschmir‚Äú sowie ‚ÄěDie Islandglocke‚Äú, und nicht zuletzt Island einen Platz auf der literarischen Weltkarte verschafft.
Apropos Literatur: Bis um Mitternacht k√∂nnen Sie heute bei uns noch B√ľcher gewinnen… Viel Spa√ü!

Authored by: Udo Angerstein

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