There`s no business like showbusiness

Irvin Berlin auf Briefmarke der USA aus dem Jahr 2002 Er lernte nie Noten lesen, geschweige denn sie zu schreiben, und doch wurde er zu einem der popul√§rsten amerikanischen Komponisten: Irving Berlin, geboren vor 125 Jahren am 11. Mai 1888 als Israel Beilin im heutigen Wei√ürussland, hinterlie√ü der Welt mehr als 900 Lieder, darunter Klassiker wie ‚ÄěPuttin`on the Ritz‚Äú, ‚ÄěCheek to Cheek‚Äú oder ‚ÄěWhite Christmas‚Äú. Im Jahr 1893 emigrierten seine Eltern mit ihm und den sieben Geschwistern in die USA, um den Progromen in Russland zu entgehen. Nach dem fr√ľhen Tod des Vaters waren die Kinder gezwungen, mit f√ľr den Lebensunterhalt zu sorgen, der achtj√§hrige Junge musste die Schule verlassen und Zeitungen verkaufen. Beim Verkaufen sang er, was ihm erste Trinkgelder einbrachte. Mit 18 Jahren fand er einen Job als singender Kellner und brachte sich selbst das Klavierspielen bei, verwendete dabei allerdings fast nur die schwarzen Tasten, sodass anfangs alles, was er spielte, in Fis-Dur erklang. Dieses Problem l√∂ste er sp√§ter, indem er sich ein Klavier zulegte, bei dem sich die Tonarten mittels eines Hebels transponieren lie√üen.

Die Lieder, die er bald selbst komponierte, musste nat√ľrlich jemand anderes in Notenschrift notieren, sein erster so ver√∂ffentlichter Song erschien 1907, ein Schreibfehler des Notisten machte ihn dabei zu ‚ÄěI. Berlin‚Äú, ein Name, den er behielt. 1911 gelang ihm dann mit ‚ÄěAlexander`s Ragtime Band‚Äú der erste gro√üe Hit, und schnell wurde er als formidabler Songwriter bekannt, der auch alsbald f√ľr den Broadway und sp√§ter f√ľrs Kino komponierte. 1912 heiratete er, doch seine Frau starb nach einem halben Jahr an Typhus. Seinen Schmerz verarbeitete Berlin in seiner ersten Ballade: ‚ÄěWhen I lost you‚Äú. Im ersten Weltkrieg wurde er eingezogen und verfasste eine soldatische Musical-Revue, einen Song, den er daf√ľr schrieb, verwarf er zun√§chst und ver√∂ffentlichte ihn erst im Jahr 1938: ‚ÄěGod bless America‚Äú, seither fast so etwas wie die inoffizielle Hymne der USA. 1926 heiratete er Ellin McKay, die ihm vier Kinder schenkte und mit der er bis zu ihrem Tod im Jahr 1988 gl√ľcklich zusammenlebte.

Im Zweiten Weltkrieg schrieb er die Show ‚ÄěThis is the Army‚Äú, mit der er dreieinhalb Jahre lang auch umher tourte, und die mehr als 10 Millionen Dollar f√ľr den ‚ÄěArmy Emergency Relief Fund‚Äú einspielte. Seinen gr√∂√üten Erfolg landete er 1946 mit dem Musical ‚ÄěAnnie get your gun‚Äú mit Klassikern wie ‚ÄěThere’s no business like showbusiness‚Äú. Am 22. September 1989 starb Irvin Berlin, der ‚Äěgr√∂√üte Songschreiber, der jemals gelebt hat‚Äú (George Gershwin), hochgeehrt im Alter von 101 Jahren. Seine Melodien sind noch heute in der ganzen Welt bekannt und l√§ngst zu Jazzstandards avanciert.

Authored by: Udo Angerstein

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