Getrieben von innerem Feuer

Roald bedeutet der Ruhmvolle. Einen besseren Namen h√§tten die Eltern des norwegischen Polarforschers Amundsen wohl kaum w√§hlen k√∂nnen. Zugleich wurde Roald Amundsen in die richtige Zeit geboren, n√§mlich die des Goldenen Zeitalters der Antarktisforschung, im englischen ‚ÄěHeroic Age‚Äú (Heldenalter) genannt. Kein Mensch kann so viele erfolgreiche Entdeckungsreisen in die Arktis und Antarktis vorweisen wie Roald Amundsen. Er durchfuhr als erster die 5780 Kilometer lange Nordwestpassage, die n√∂rdlich des amerikanischen Kontinents den atlantischen mit dem pazifischen Kontinent verbindet, und als Zweiter die 6500 Kilometer messende Nordostpassage (entlang der Nordk√ľsten Europas und Asiens). Er gewann das Wettrennen zum geographischen S√ľdpol gegen Robert Falcon Scott, der, ebenso wie seine vier Begleiter, sein Leben bei diesem Abenteuer lassen musste. Vielleicht erreichte seine Expedition sogar als erste den geographischen Nordpol, was nicht eindeutig belegbar ist, weil andere vor ihm ihre Anspr√ľche auf diesen Titel nicht nachweisen konnten.

Briefmarke aus Norwegen von 1971, zehn Jahre Antarktis-Abkommen.Wer die zirkumpolare K√§lte aush√§lt, muss von innerem Feuer getrieben sein. Auf Amundsen traf dies zumindest voll und ganz zu. Er war schon als Kind von den Polarexpeditionen fasziniert. Anstatt sich f√ľr die Schule zu verausgaben, schm√∂kerte er lieber in den B√ľchern des britischen Polarforschers John Franklin. Ein Studium nahm er nur auf, um seiner Mutter einen Gefallen zu tun, die gegen eine Karriere ihres Sohns im ewigen Eis war. Der Tod der Mutter 1893 bedeutete f√ľr Amundsen neben dem Verlust eines nahestehenden Menschen zugleich den Gewinn der Freiheit und die M√∂glichkeit, seinen Traum zu verwirklichen. Er bereiste zun√§chst als Matrose die Welt, lie√ü sich zum Steuermann ausbilden und brach 1896 endlich zur ersten Expedition in die Antarktis auf, der Belgica-Expedition, die er als Zweiter Offizier begleitete.

Roald Amundsen widmete sein ganzes Leben der Polarforschung. So nimmt es nicht Wunder, dass sein tragischer Tod, Briefmarke der Franz√∂sischen Gebiete in der Antarktis von 2012 mit Roald Amundsen.vermutlich heute vor 85 Jahren, mit dieser Passion in Verbindung stand. Er beteiligte sich mit einem Flugboot an der Suche nach dem in der Arktis in Not geratenen Polarforscher Umberto Nobile. Er brach am 18. Juni 1928 (im Alter von 56 Jahren) vom norwegischen Spitzbergen auf und kehrte niemals zur√ľck. Sein Flugzeug wurde bis heute nicht gefunden.

Authored by: Tanja Uhde

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