Der Schutzpatron der Journalisten

Maximilian Kolbe auf Briefmarke von 1973

1973 erinnerte die Deutsche Bundespost mit MiNr. 771 an Maximilian Kolbe.

Vor 120 Jahren wurde im damals zum russischen Kaiserreich geh√∂renden St√§dtchen Zdunska Wola, unweit von Lodz gelegen, ein Junge namens Rajmund Kolbe geboren. Der Vater ist ein deutschst√§mmiger Weber, die Familie lebt in √§rmlichen Verh√§ltnissen, zwei der vier Geschwister des Jungen sterben an Tuberkolose. Im Alter von 17 Jahren tritt Rajmond nach einer Volksmission dem Minoriterorden der Franziskaner bei und nimmt den Namen Maximilian Maria Kolbe an. Der Junge kann nun studieren, erst in Krakau, dann sogar in Rom, wo er bereits mit 21 Jahren in Philosophie promoviert und 1918 zum Priester geweiht wird. Schon vorher gr√ľndet der gl√ľhende Marienverehrer mit einigen Mitbr√ľdern die ‚ÄěMiliz der Unbefleckten‚Äú, eine Gebetsgemeinschaft, die zum einen Missionsarbeit leisten und zum anderen dem Kampf gegen die den Katholizismus verspottenden Freimaurer dienen soll.

Zur√ľck in Polen gr√ľndet er eine Zeitschrift, den ‚ÄěRitter der Unbefleckten‚Äú ‚Äď dessen Beitr√§ge allerdings nicht g√§nzlich frei vom seinerzeit grassierendem Antisemitismus waren ‚Äst und schlie√ülich auch ein religi√∂ses Zentrum als Kloster mit eigenem Verlag. Im Jahr 1930 geht Kolbe mit einigen Mitstreitern zur Mission nach China und Japan, wo er mehrere Missionsstationen und Verlage gr√ľndet. Dabei bedient sich der begeisterte Amateurfunker Kolbe auch eifrig der modernen Technologie.

Maximilian Kolbe auf polnischer Briefmarke von 1982

Zur Heiligsprechung wurde Maximilian Kolbe erstmals in Polen philatelistisch gew√ľrdigt, MiNr. 2831.

1936 kehrt Kolbe nach Polen zur√ľck und wird wieder Leiter seines Klosters, das er weiter ausbaut. Nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs und dem Einmarsch der Deutschen 1939 wird Kolbes Kloster besetzt, er selbst von der Gestapo verhaftet, kommt aber zun√§chst wieder frei. Er belebt sein Kloster wieder, gr√ľndet eine Einrichtung zur Versorgung von Fl√ľchtlingen und gew√§hrt dort sogar Juden Hilfe und Zuflucht. Im Februar 1941 wird er deshalb erneut verhaftet und nach Auschwitz ins Vernichtungslager verschleppt. Als Seelsorger und Priester spendet er dort seinen Mith√§ftlingen Trost. Im Juli 1941 gelingt einem Mitgefangenem die Flucht aus dem Lager, als Vergeltungsma√ünahme sollen zehn H√§ftlinge get√∂tet werden. Kolbe opfert sich und √ľbernimmt freiwillig den Platz eines Familienvaters auf der Todesliste. Die Gefangenen werden in den sogenannten Hungerbunker gesperrt. Mith√§ftlinge berichteten sp√§ter, man habe die Eingesperrten unter Kolbes Leitung tagelang singen und beten geh√∂rt. Nachdem die meisten seiner Leidensgenossen schon unter Qualen verhungert waren, wird Kolbe am 14. August 1941 mit einer Giftspritze get√∂tet.

Am 17. Oktober 1971 wird Maximilian Kolbe vom Vatikan selig gesprochen, im Jahr 1982 erfolgt die Heiligsprechung Kolbes als M√§rtyrer durch Papst Johannes Paul II. ‚Äď im Beisein des von Kolbe in Auschwitz geretteten Familienvaters. Maximilian Kolbe ist Schutzpatron der Journalisten und der Funkamateure, in seinem Namen leisten das Maximilian-Kolbe-Werk und die gleichnamige Stiftung bis heute Vers√∂hnungsarbeit in Europa. In Polen sind bisher viermal Briefmarken zu seinen Ehren erschienen.

Authored by: Udo Angerstein

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