Der Seefahrer, der niemals in See stach

Der Seefahrer, der niemals in See stach

‚ÄěWer an der K√ľste bleibt, kann keine neuen Ozeane entdecken.‚Äú 100 Jahre bevor Magellan diesen Spruch pr√§gte, gelang es einem Mann, Madeira, die Azoren und die halbe Westk√ľste Afrikas zu entdecken, ohne jemals in See gestochen zu sein. Heinrich der Seefahrer nahm zwar selbst an den von ihm initiierten Seereisen niemals teil, aber er machte neue Entdeckungsfahrten stets m√∂glich. Durch seinen Einsatz erlangte das K√∂nigreich Portugal, gro√üen Ruhm und Einfluss als Handels- und Kolonialmacht. Im portugiesischen Porto wird Heinrich am 4. M√§rz 1394 als vierter Sohn des K√∂nigs Johann I. geboren. Bereits im Alter von 21 Jahren zeichnete er sich durch seine Tapferkeit im Eroberungszug gegen Ceuta aus. Nachdem die nordafrikanische Stadt eingenommen worden war, wurden Heinrich die Aufgaben der Verwaltung und Verteidigung √ľbertragen. Dar√ľber hinaus erhielt er den Titel des Herzogs von Viseu, einer Stadt im Norden Portugals.

Heinrich der Seefahrer auf Briefmarke von Portugal 1960

Zum 500. Todestag Heinrichs des Seefahrers gab Portugal  1960 einen Satz mit sechs Briefmarken heraus, MiNr. 892-897.

Da die Chancen auf den K√∂nigstitel schlecht standen, widmete sich Heinrich zeit seines Lebens der Seefahrt. Er trieb die Erschlie√üung neuer Gebiete durch finanzielle Opferbereitschaft voran. Die geldlichen Mittel brachte er zum einen pers√∂nlich auf. Zum anderen nutzte er seine Verbindung zum Christusorden. Im Jahre 1317 stiftete K√∂nig Dionysus von Portugal nach der Aufl√∂sung des Templerordens den neuen Bund. Zwei Jahre sp√§ter wurde er von Papst Johannes XXII. anerkannt. Besonders um die Kolonisation Portugals und den Erwerb bedeutender Reicht√ľmer f√ľr das K√∂nigreich machte sich der Orden verdient. Die Haupteinsatzgebiete lagen dabei in Afrika und Indien. Mitte des 15. Jahrhunderts, als Heinrich Teil des Christusordens war, lag das Hauptaugenmerk auf dem afrikanischen Kontinent. Seit 1420 verwaltete Heinrich das Gro√ümeisteramt des Ordens, bis er 1443 schlie√ülich zum Gro√ümeister ernannt wurde.

Heinrich-der-Seefahrer-Briefmarke-Portugal-1960dZu Beginn seiner Seefahrten konzentrierte sich Heinrich auf die westlich von Portugal gelegenen Inselgebiete. Den Ph√∂niziern war die Insel Madeira bereits bekannt. Nach antiker Zeit geriet sie jedoch in Vergessenheit. 1419 wurde die Insel schlie√ülich durch den Seefahrer Joao Gon√ßalves Zarco, der von Heinrich ausgesandt wurde, wiederentdeckt. Acht Jahre sp√§ter begab sich Diogo de Silves im Auftrag von Heinrich zu den Azoren und nahm sie f√ľr Portugal in Besitz. Heinrich baute verschiedene wirtschaftliche Monopole in den neuen Gebieten auf. Durch die gewonnen Eink√ľnfte konnte er seine folgenden afrikanischen Expansionen finanzieren.

Heinrich der Seefahrer Afrikakarte auf Briefmarke von Angola aus 1960

Karte von Afrika mit portugiesischen Besitzungen von 1460, Angola MiNr. 423.

Nach der Eroberung der im Atlantischen Ozean gelegenen Inseln drang Heinrich mit den Eink√ľnften der neugewonnen Inselkolonien entlang der westafrikanischen K√ľste vor. 1434 umsegelte der portugiesische Seefahrer Gil Eanes, der im Dienste Heinrichs stand, erstmals Kap Bojador, ein s√ľdlich der Kanaren gelegenes Vorgebirge an der Nordwestk√ľste des Kontinents. Die Landspitze trug aufgrund der gef√§hrlichen Str√∂mungen, Klippen und Untiefen auch den Namen ‚ÄěKap des Schreckens‚Äú. Doch dem erfahrenen Seefahrer gelang die Umsegelung. Dar√ľber hinaus erreichten die Segelschiffe, die im Auftrag Heinrichs unterwegs waren, 1443 den Golf von Arguin, ein Jahr sp√§ter erreichte Dinis Dias das Cap Vert, den westlichsten Punkt des Kontinents. Von der vorgelagerten √éle de Gor√©e brachte er vier Einheimische nach Lissabon. Dies war das erste Mal, dass Einwohner aus neu entdeckten Teilen der Welt nach Europa gelangten. Vor Heinrichs Tod am 13. November 1460 gelangte der Seefahrer Da Mosto, der in den Diensten Heinrichs stand, bis nach Sierra Leone.

Heinrich-der-Seefahrer-Briefmarke-Portugal-1960cHeinrich war sehr daran gelegen, seine Entdeckungen wissenschaftlich vorzubereiten. Als Protektor der Universit√§t Lissabon konnte er viele Fachkr√§fte, wie Seefahrer, Kartographen, √Ąrzte und Astronomen f√ľr die portugiesische Seefahrt gewinnen. Nach seinem Tod kn√ľpften Seefahrer wie Fern√£o do P√≥, der die afrikanische Westk√ľste weiter erschloss, an seinen Entdeckungen an. Portugal w√§re ohne Heinrich wohl nicht zu einer so gro√üen Kolonialmacht herangewachsen. Madeira und die Azoren geh√∂ren dank Heinrich bis zum heutigen Tag dem portugiesischen Staat an, im Gegensatz zu Timor, Angola oder Macao, die ihn auf Briefmarken w√ľrdigten, als sie noch Teil des portugiesischen Kolonialreiches waren.

Authored by: Stefanie Dieckmann

There are 2 comments for this article
  1. J√ľrgen at 11:34

    1.) Heinrich der Seefahrer
    2.) Das Gr√∂√üte sind f√ľr mich die Entdeckungen/Erforschungen der Menschen/√Ąrzte, die Mittel gegen die ansteckenden Volkskrankheiten gefunden/entdeckt/erforscht haben.

  2. Dietrich Mitschke at 14:46

    Heinrich der Seefahrer
    F√ľr mich ist die gr√∂sste Entdeckung die Tatsache das die Erde eine Kugel ist und die Menschen keine Angst mehr haben m√ľssen von der Scheibe runterzufallen.

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