Marke der Woche: Hatschii!!!

Andorra_Span_Landwirtschaft_Schnupftabak_BriefmarkeIm Rahmen des internationalen Jahres der familienbetriebenen Landwirtschaft ehrt die Post des spanischen Teils des Pyrenäenstaates Andorra den Anbau von Schnupftabak.

Tats√§chlich entstand im Jahr 1677 im spanischen Sevilla die erste k√∂nigliche Schnupftabakfabrik der Welt. Die Geschichte des Tabakkonsums geht aber noch weiter zur√ľck. Von den insgesamt etwa 75 Arten der Nachtschattengew√§chsgattung Nicotina sind lediglich zwei s√ľdamerikanische Arten f√ľr den Tabakkonsum interessant: Nicotinum tabacum, der Virginia-Tabak und Nicotinum rustica, der Bauern-Tabak. Entsprechend wurde der Tabakkonsum erst mit der Entdeckung Amerikas ab 1492 bei uns bekannt.

Doch schon lange vor der Ankunft von Christoph Kolumbus kannten die Ureinwohner von Nord- und S√ľdamerika den Anbau und den Genuss des Tabak. An der Nordk√ľste S√ľdamerikas war haupts√§chlich das Kauen der Bl√§tter gebr√§uchlich. Auf den karibischen Inseln war das Schnupfen stark in Mode und in Brasilien aber auch in Mexiko und Nordamerika war das Rauchen bereits mit Pfeifen Usus.

Zun√§chst wurde Tabak in Europa als Heilpflanze angesehen und auch angebaut. 1561 brachte der Franzose Jaque Nicot die Bl√§tter und Saatgut der Tabakpflanze nach Frankreich (von seinem Namen leitet sich √ľbrigens der Gattungsname Nicotina und der Name f√ľr das Alkaloid Nikotin ab). Die Schnupfkultur wurde nicht zuletzt durch die aus Italien stammende K√∂nigin Katherina di Medici zu jener Zeit hoff√§hig: Sie schnupfte oft und intensiv, vornehmlich gegen Migr√§ne und Kopfschmerzen. Daher war der Schnupftabak auch lange unter dem Namen Pulver der K√∂nigin, poudre de la reine, bekannt.

Auch der sp√§tere Sonnenk√∂nig, Ludwig der XIV, bevorzugte das Schnupfen und konnte dem Rauchen nichts abgewinnen. In dieser Hinsicht war das 18. Jahrhundert die Hochzeit des Tabakschnupfens. Jeder Edelmann des Rokoko hatte eine h√ľbsche Schatulle bei sich, die mit Schnupftabak gef√ľllt war und auch die Damen von Welt f√ľllten ihre Nasen mit dem zu Pulver verarbeiteten Blattwerk.

Die verwendete Technik des Einehmens war das Schnupfen von den Fingerspitzen, w√§hrend heutzutage der Tabak vom rechten Handr√ľcken aus in die Nase gesogen wird. Beim Einsaugen des Tabaks ist darauf zu achten, dass nicht zu viel und nicht zu stark von dem verarbeiteten Tabak aufgesogen wird. Zu viel bedeutet starker Schmerz an den Nasenschleimh√§uten und zu stark bedeutet, dass das Pulver im oberen Rachenbereich landet und dann zu Keuch- und Hustanf√§llen f√ľhrt.

Auch in Deutschland wurde Schnupftabak popul√§r, allerdings erst im Jahr 1733 entstand die erste Schnupftabakfabrik in Offenbach am Main, welche heute noch existiert. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts dann setzte sich allerdings das Rauchen dem Schnupfen gegen√ľber mehr und mehr durch und bereits Anfang des 20. Jahrhunderts √§nderten die allermeisten Fabriken f√ľr Schnupftabak ihre Produktion nun auf die Rauchwaren um, allen voran die heute allgegenw√§rtige Zigarette.


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Authored by: Boris M. Hillmann

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