Von Alexis Sorbas zu Jesus Christus

Nikos Kazantzakis auf Briefmarkevon Griechisch-Zypern 1983Vor 130 Jahren wurde in Heraklion auf Kreta, damals Teil des Osmanischen Reiches, einer der bedeutendsten Schriftsteller Griechenlands geboren: Nikos Katzanzakis w√§chst in einfachen Verh√§ltnissen auf, w√§hrend seiner Kindheit muss die Familie aufgrund der K√§mpfe gegen die t√ľrkische Besatzung mehrmals f√ľr einige Zeit die Heimat verlassen. Erst im Jahre 1899 kehrt die Familie endg√ľltig nach Kreta zur√ľck, wo Nikos im Jahr 1902 das Gymnasium beendet. Danach absolviert er ein Jurastudium in Athen, ver√∂ffentlicht erste Romane, und studiert Philosophie in Paris. Von der Schriftstellerei kann er nicht leben, er reist viel umher, nach Deutschland, √Ėsterreich, in die Schweiz, nach Russland, Italien, √Ągypten, Pal√§stina, Spanien und bis nach China und Japan, versucht sich als Journalist, √úbersetzer und in der Politik und verfasst weiter unerm√ľdlich Romane, Theaterst√ľcke, Artikel und Drehb√ľcher.

Nikos Kazantzakis auf Briefmarke von Griechenland 19831945 untersucht er im Auftrag der griechischen Regierung Verbrechen der deutschen Besatzungsmacht auf Kreta, 1946 erscheint sein wohl bekanntester Roman ‚ÄěAlexis Sorbas‚Äú, dessen sp√§tere Verfilmung mit Anthony Quinn das Griechenland-Bild der √ľbrigen Welt f√ľr Jahrzehnte pr√§gen sollte. Katzanzakis arbeitet zwei Jahre f√ľr die UNESCO, kann aber seit dem Erfolg von ‚ÄěAlexis Sorbas‚Äú endlich auch von seiner Arbeit als Schriftsteller leben. 1951 erscheint sein Roman ‚ÄěDie letzte Versuchung Christi‚Äú, den der Papst 1955 auf den Index verbotener B√ľcher setzt, wodurch Katzanzakis endg√ľltig weltbekannt wird. Am 26. Oktober 1957 stirbt Kazantzakis nach einer Chinareise in Freiburg an einer asiatischen Grippe. Sein Grab in Heraklion dominiert ein Holzkreuz mit der Inschrift: ‚ÄěIch hoffe nichts, ich f√ľrchte nichts, ich bin frei‚Äú. Zu seinem 100. Geburtstag wurde er in Griechenland und Griechisch-Zypern mit der Ausgabe von Briefmarken geehrt. 1988 wurde ‚ÄěDie letzte Versuchung Christi‚Äú von Martin Scorsese verfilmt und sorgte noch einmal f√ľr w√ľtende Proteste von Gl√§ubigen.

Authored by: Udo Angerstein

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert