Ford lehnte ab

Bereits 1939 erschien der KdF-Wagen erstmals auf einer Briefmarke, MiNr. 688. Gebaut wurde er zu der Zeit noch lange nicht (Abb. Schwaneberger Verlag).

Bereits 1939 erschien der KdF-Wagen erstmals auf einer Briefmarke, MiNr. 688. Gebaut wurde er zu der Zeit noch lange nicht (Abb. Schwaneberger Verlag).

Zu den Erfolgsgeschichten der deutschen Wirtschaft geh√∂rt der Aufstieg von Volkswagen. Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich das einstige Staatsunternehmen zu einem Weltkonzern, dessen F√ľhrung anstrebt, noch in dieser Dekade die Nummer Eins weltweit zu werden. Zugleich gelang der Ausbau zu einem Anbieter von Fahrzeugen praktisch aller Klassen, die unter verschiedenen Marken vertrieben werden. In der Oberklasse ist Volkswagen beispielsweise mit Audi vertreten, in der Mittelklasse mit dem unter eigenem Signet und unter der Marke ҆koda angebotenen Fahrzeugen. Selbst zwei Hersteller von Lastwagen geh√∂ren zum Volkswagen-Konzern. An der MAN und an der schwedischen Scania halten die Wolfsburger Mehrheitsbeteiligungen.

Wolfsburg hei√üt die rund um das Volkswagen-Werk erbaute Stadt allerdings erst seit Mai 1945. Urspr√ľnglich trug sie den Namen ‚ÄěStadt des KdF-Wagens bei Fallersleben‚Äú. Dort legte Adolf Hitler am 26. Mai 1938 den Grundstein f√ľr das Werk, das nach den Vorstellungen der damaligen Machthaber 150.000 Autos im Jahr produzieren sollte.
‚ÄěKdF‚Äú bedeutete ‚ÄěKraft durch Freude‚Äú. Diese Organisation geh√∂rte zur Deutschen Arbeitsfront (DAF), die unter anderem das Verm√∂gen der zerschlagenen und verbotenen Gewerkschaften √ľbernommen hatte. Die KdF sollte die Freizeitaktivit√§ten der Bev√∂lkerung organisieren, nat√ľrlich gem√§√ü den Direktiven des Regimes. Zugleich entwickelte sich die DAF ‚Äď ebenso wie √ľbrigens die SS ‚Äď zu einem halbstaatlichen Gro√ükonzern, unter dessen √Ągide unter anderem ein Rundfunkger√§t, der so genannte ‚ÄěVolksempf√§nger‚Äú, und ein Automobil entwickelt wurden, der KdF-Wagen.

Diesen hatte Ferdinand Porsche konstruiert. Vorgesehen war, dass die Interessenten Monat f√ľr Monat Geld f√ľr den Erwerb des Wagens einzahlten. DAF und KdF strichen auf diese Weise Millionen ein, die sie in den Aufbau des Werkes investierten. Die Fertigung des KdF-Wagens lief aber erst nach Kriegsende an, als die Briten in den Fabrikhallen die Wolfsburg Motor Works etablierten. Unter ihrer √Ągide rollten die ersten nunmehr ‚ÄěVolkswagen‚Äú genannten Autos vom Band. Dies geschah √ľbrigens gegen den Rat der Experten, die erkl√§rt hatten, das Modell entspreche technisch nicht den Erfordernissen, die man an ein Automobil zu stellen habe. Noch 1945 entstanden die ersten 2000 Volkswagen.
Ende der vierziger Jahre erkundeten die Briten, ob Henry Ford II Interesse an einer √úbernahme des Werkes habe. Nachdem Ford abgelehnt hatte, √ľbergaben die Briten das Unternehmen treuh√§nderisch an den Bund, der es schlie√ülich dem Land Niedersachsen unterstellte. Dieses h√§lt bis heute 20,01 Prozent der Stammaktien und damit der Stimmrechte an dem inzwischen als Aktiengesellschaft firmierenden Unternehmen.
Das Wolfsburger Werk avancierte zum Stammwerk des Konzerns. Bis 1974 verlie√üen nicht weniger als 11,9 Millionen Volkswagen die Fabrikhallen. Der Name ‚ÄěK√§fer‚Äú f√ľr den Wagen stammt √ľbrigens aus den USA, wo schon fr√ľh vom ‚ÄěBeetle‚Äú die Rede war. In Deutschland setzte er sich erst in den sechziger Jahren durch. Zu der Zeit √ľbernahm ihn VW auch f√ľr die Werbekampagnen.


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Authored by: Torsten Berndt

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