Bordeaux-Brief: Globaler Handel

Bordeaux-Brief: Globaler Handel

Ein Kulturgut, ein St√ľck Welterbe der Menschheit ziert die aktuelle Ausgabe zum Tag der Briefmarke. Gewiss, in die lange Liste der Unesco ist er bislang nicht eingetragen, wie √ľberhaupt postgeschichtliche Kostbarkeiten darin fehlen. Zweifellos f√§nden Preziosen wie die Erstausgabe aus Mauritius, die Orangerote und die Blaue Mauritius, darin aber einen w√ľrdigen Platz, ganz speziell der Bordeaux-Brief, der zum einen vom Postverkehr Mitte des 19. Jahrhunderts erz√§hlt. Aufgegeben am 4. Oktober 1847 in Port Louis, reiste er mit dem Schiff vorbei am Kap der Guten Hoffnung via England nach Frankreich. Die franz√∂sische Post leitete ihn √ľber Boulogne und Paris nach Bordeaux weiter. Dort traf er nach fast drei Monaten Laufzeit am 28. Dezember ein.

Der Rechteckstempel ‚ÄěPenny Post‚Äú in Versalien in Schwarz und der Tagesstempel von Port Louis in Rot zieren die Blaue und die Orangerote Mauritius auf dem legend√§ren Bordeaux-Brief. R√ľck¬≠seitig erscheinen weitere Transitstempel (Abb.: Richard Borek).

Beginn der Globalisierung

Zum anderen berichtet er aus der Wirtschaftsgeschichte, vom Welthandel seiner Zeit. Schon damals dachten Viele global und kn√ľpften Kontakte sogar in geopolitisch eher konkurrierende L√§nder. Der Weinh√§ndler Edward Francis richtete den Brief an die Messieurs Ducan & Lurguie, die in Bordeaux ihrerseits eine Weinhandlung betrieben. Sie verkauften den edlen Tropfen indessen nicht nur vor Ort, sondern versandten ihn in alle Welt. Daher best√§tigte Francis in dem Brief, 48 F√§sser Wein erhalten zu haben. Da er daf√ľr einen recht gro√üen Bogen verwendete, musste er statt der zwei Pence f√ľr den Auslandsbrief erster einen Penny mehr f√ľr die zweite Gewichtsklasse entrichten. Der einzige erhaltene Satzbrief ‚Äď der Begriff sollte nicht ausschlie√ülich negativ gebraucht werden ‚Äď mit der Orangeroten und Blauen Mauritius war entstanden.

Nur so k√∂nnen die beiden Marken auf dem Brief geklebt haben, den Jeanne Borchard in der Gesch√§ftskorrespondenz ihres Gemahls fand. Wolfgang Jakubek durfte 1985 beide Marken auf ein- und derselben Auktion ausrufen und stellte beide Marken f√ľr den Auktionskatalog in der richtigen Form zusammen (Abb.: Wolfgang Jakubek Auktion).

Gl√ľcklicherweise bewahrten die Messieurs Ducan & Lurguie ihre Gesch√§ftskorrespondenz sorgf√§ltig auf. Daher machte ein Nachkomme der Weinh√§ndler 1902 die Entdeckung seines Lebens. In der Fachzeitschrift Le Philat√©list Fran√ßais hatte der Sch√ľler eine Artikelfolge zu den Kulturg√ľtern aus Mauritius gelesen. Autor war Herausgeber Th√©ophile Lemaire, ein √§u√üerst bekannter Philatelist und Briefmarkenh√§ndler.

Die Mutter des Jungens erinnerte sich, dass einstmals Gesch√§ftskontakte nach Mauritius bestanden, und erlaubte, die alten Korrespondenzen zu durchsuchen. Neben dem Bordeaux-Brief fand der Sch√ľler einen Brief gerichtet an dieselbe Gesch√§ftsadresse, freigemacht als einfacher Auslandsbrief mit einer Blauen Mauritius. Heute steht er als Brief nach Bordeaux in den B√ľchern, um ihn von dem Bordeaux-Brief mit bestimmtem Artikel eindeutig unterscheiden zu k√∂nnen. Eine Blaue Mauritius ist schlie√ülich auch nicht die Blaue Mauritius.

Stolze 1600‚ÄąPfund zahlte Lemaire f√ľr den Fund. Interessanterweise z√§hlt der Bordeaux-Brief zu den Legenden der Philatelie, die nie in den Alben Philipp von Ferraris steckten. Mit den Provenienzen Alfred F. Lichtenstein, Arthur Hind, Maurice Burrus und Kanai Hiroyuki k√∂nnen indessen auch nur wenige Kostbarkeiten gl√§nzen. Sein heutiger Eigent√ľmer ist unbekannt. Erfreulicherweise geh√∂rt er zu jenen Philatelisten, die ihr Gl√ľck auch mit anderen teilen k√∂nnen, und gestattet von Zeit zu Zeit die √∂ffentliche Pr√§sentation des Bordeaux-Briefes.

Mit ihm und dem etwas weniger bekannten Brief nach Bordeaux machten sich die Messieurs Ducan & Lurguie unsterblich. Zugleich erinnern die Briefe an die schon im 19. Jahrhundert bestehenden wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen den L√§ndern Europas. Nicht einmal die Einnahme Mauritius‚Äô durch die Briten w√§hrend der Napol√©onischen Kriege ‚Äď bis dahin geh√∂rte die Insel zum franz√∂sischen Kolonialreich ‚Äď hatte den Handel dauerhaft beeintr√§chtigen k√∂nnen. Postalische Dokumente k√∂nnen das bestens belegen. Ganz nebenher erinnern die Briefe daran, dass sich Weine aus Bordeaux schon immer gro√üer Beliebtheit erfreuten. Den aufw√§ndigen Transport von 48 F√§ssern √ľber das Meer nahm man nur f√ľr Spitzenweine auf sich.

Das Porto f√ľr den einfachen Auslandsbrief betrug zwei Pence. Auf dem Bombay-Brief, der in das heutige Mumbai ging, verklebte der Absender eine Zweifachfrankatur des 1-Penny-Wertes (Abb.: David Feldman).

Briefe an einen Reeder

Die Messieurs Ducan & Lurguie waren aber nicht die einzigen Gesch√§ftsleute in‚ÄąBordeaux, die mit Mauritius in Kontakt standen. Auch Adolphe Borchard pflegte intensive Kontakte zur Insel, geh√∂rte aber nicht zu den Produzenten oder H√§ndlern, sondern zu den, wie man heute sagen w√ľrde, Dienstleistern. Seine Reederei bot Transporte nach und von Mauritius an. Da auch er seine Gesch√§ftskorrespondenz sorgf√§ltig aufbewahrte, hielt die s√ľdwestfranz√∂sische Hafenstadt ein weiteres Mal Einzug in das Geschichtsbuch der Philatelie.

Allerdings steht nicht Adolphe Borchard im Mittelpunkt, sondern Jeanne Borchard, seine Gemahlin. Sie z√§hlte zu den fr√ľhen Philatelistinnen und besa√ü eines der fr√ľhen Vordruckalben, m√∂glicherweise eines von Lallier. Dann k√∂nnte n√§mlich die Legende stimmen, dass Borchard ihre Entdeckungen vertauschte und verkaufte, weil sie nicht im Vordruckalbum enthalten waren. Belegbar ist indessen nur, dass Borchard zwischen 1864 und 1869 nicht weniger als 13 Orangerote und Blaue Mauritius fand, aus den Briefen schnitt, wusch und presste. Damit tat sie etwas, das nach ihr Generationen von Phil¬≠atelisten taten.
Auf einem Brief, den Borchard entdeckte, klebten wie auf dem Bordeaux-Brief beide Marken. Anhand des l√ľckenlos √ľbergehenden ‚ÄěPaid‚Äú-Stempels k√∂nnen wir nachvollziehen, dass die Marken √§hnlich eng nebeneinander platziert waren wie auf dem Bordeaux-Brief. In den Sammlungen Ferraris und Burrus‚Äô waren sie vereint. 1985 gelang Altmeister Wolfgang Jakubek die Sensation, gleich beide Marken auf ein und derselben Auktion ausrufen zu d√ľrfen. Im Auktionskatalog zeigte er sie so, wie sie einstmals auf dem Brief geklebt haben.

Als Jeanne Borchard ihre Entdeckungen verkaufte, trat eine dritte Dame in der Geschichte der Orangeroten und Blauen Mauritius auf das Tapet. Marie Desbois geh√∂rte zu den fr√ľheren Briefmarkenh√§ndlerinnen weltweit, wobei man an dieser Stelle ohne Weiteres ein ‚Äěund Briefmarkenh√§ndlern‚Äú hinzuf√ľgen kann, da wohl ein jeder, der in den 60er-Jahren mit Briefmarken handelte, in das Geschichtsbuch der Phil¬≠atelie Einzug hielt. Leider kennen wir nicht den Kundenkreis, den sich Desbois aufgebaut hatte. Ebenso wenig wissen wir von den Tauschpartnern Borchards. Daher k√∂nnen wir nur mutma√üen, dass unter ihnen m√∂glicherweise auch M√§nner gewesen sein k√∂nnen.

B√ľrokratie in Gang bringen

Schrieb ich soeben ‚Äědrei Frauen‚Äú? Nun, im Geiste haben ich nat√ľrlich jene Dame bereits mitgerechnet, die der Legende zufolge die Initiatorin der beiden Briefmarken gewesen sein soll. Lady Elizabeth Ann Gomm hat demnach die Briefmarken veranlasst, um damit die Einladungen zu einem Ball freimachen zu k√∂nnen. Zweifelsfrei wahr ist daran, dass Gomm tats√§chlich markenfrankierte Einladungsbriefe versandte. Von den sogenannten Ball Covers sind drei St√ľck der Nachwelt erhalten geblieben, adressiert an Alcide Marquay,‚ÄąEd. Duivivier Esq. und H. Adam Esq. Jun. Die Postaufgabe erfolgte stets am 21. September 1847. Wie viele Einladungen die Lady seinerzeit versandte, ist unbekannt.

Allerdings d√ľrfte der Ball die Herstellung der Briefmarken bestenfalls beschleunigt haben. Die gro√üe Neuheit waren Briefmarken anno 1847 nicht mehr. Zumindest unter den britischst√§mmigen Siedlern auf Mauritius d√ľrfte jeder schon Post aus Gro√übritannien mit den sieben Jahre zuvor eingef√ľhrten Briefmarken erhalten haben. Sir William Maynard Gomm, Lady Gomms Gemahl, war zudem schon seit 1842 Gouveneur von Mauritius. Somit gab es vorher durchaus Gelegenheiten, die G√§ste mit markenfrankierten Einladungen zu √ľberraschen.

Geplante Postreform

Daher spricht alles daf√ľr, dass die Einf√ľhrung der Briefmarken Teil der lange geplanten, am 17. Dezember 1846 dann offiziell vom Gouverneur angeordneten Postreform nach britischem Muster war. Neun Tage sp√§ter meldete die Gouvernment Gazette, das Amtsblatt, die Verordnung. Eine √úberraschung stellten die Briefmarken f√ľr die britischst√§mmigen Siedler daher wohl kaum dar. Ebenso wenig d√ľrfte es sie √ľberrascht haben, dass K√∂nigin Victoria auf den Briefmarken erschien, die dem britischen Vorbild sehr eng nachempfunden waren.

Nur auf das Experiment einer schwarzen Marke zum Auftakt verzichtete man ‚Äď die Erfahrungen aus dem Mutterland d√ľrften den Verantwortlichen in der Kolonie bekannt gewesen sein. Wom√∂glich √ľbte Elizabeth Ann Gomm zum richtigen Zeitpunkt etwas Druck aus, um die Umsetzung der Planungen zu beschleunigen. B√ľrokratien in Gang zu bringen, geh√∂rte schon immer zu den schwierigen Aufgaben, der Hinweis auf einen bevorstehenden Ball k√∂nnte dabei durchaus hilfreich gewesen sein. Allein mit den Ball Covers hat sich Lady Gomm bereits ihren Platz im Geschichtsbuch der Philatelie erarbeitet, da bedarf es nicht unbedingt einer eher unrealistisch erscheinenden Legende.

Wie im Mutterland w√§hlte man auch auf Mauritius das edelste aller Druckverfahren f√ľr die Erstausgabe, den Stichtiefdruck. Allerdings produzierte keine der alteingesessenen, in der Herstellung von Banknoten und anderen Wertpapieren erfahrenen britischen Sicherheitsdruckereien die Marken, sondern ein Hersteller von Visitenkarten und √§hnlichen Druckerzeugnissen vor Ort. So geschah es, dass die weltweit ber√ľhmteste Briefmarke auf einem Drucker zur√ľckgeht, der nur dank ihrer seinen Platz im Geschichtsbuch gefunden hat. Der Gedanke, die Einf√ľhrung der Briefmarken zu beschleunigen, d√ľrfte bei der Auftragsvergabe keine Rolle gespielt haben, da auch die kommenden Ausgaben vor Ort und nicht im fernen Europa entstanden.

Joseph Osmond Barnard beherrschte die Technik des Stichtiefdruckes und konnte auch leidlich stechen. Man darf ihm mit Fug und Recht bescheinigen, recht gelungene Kopien der britischen Postwertzeichen erstellt zu haben. Zwei Techniken beherrschte er jedoch nicht. Zum einen vermochte er nicht mit Schiebern zu arbeiten. Darunter verstehen Drucker jene Teile der Druckplatte, die austauschbar sind, beispielsweise das Wertk√§stchen bei ansonsten gleich aussehenden Freimarken. F√ľr die Herstellung der Druckplatte braucht man dann nur den Schieber zu tauschen. Zum anderen kannte Barnard auch keine anderen Reproduktionstechniken, um die auf beiden Marken gleich ausschauenden Teile kopieren zu k√∂nnen. F√ľr die vor 1847 von ihm bearbeiteten Auftr√§ge d√ľrfte solches Wissen auch √ľberfl√ľssig gewesen sein.

Links rot, rechts blau: Die Druckplatte der Erstausgabe von Mauritius blieb der Nachwelt erhalten.

Rekordpreis f√ľr Kupfer

Dies brachte gleich zwei Besonderheiten hervor. F√ľr die Erstausgabe, die in einer Auflage von jeweils 500 St√ľck entstehen sollte, stach er beide Marken in ein- und dieselbe Kupferplatte. Gl√ľcklicherweise bewahrte entweder Barnard oder ‚Äď das ist wahrscheinlicher ‚Äď die Post das Original auf. Als nicht mehr zu bef√ľrchten war, dass sie jemand missbr√§uchlich nutzen konnte, erhielt Elizabeth Ann Gomm die Platte, wahrscheinlich als Geschenk. Sie schenkte die Druckplatte 1874 ihrem Neffen Dominic Henry Colnaghi, der sie 1912 dem Briefmarkenh√§ndler Neville Stocken verkaufte. √úber David Fields und Sydney Loder gelangte sie 1930 schlie√ülich in den Besitz Maurice Burrus‚Äô, dessen Briefmarkensammlung sp√§ter in mehreren Auktionen detailliert wurde. Die Druckplatte vermachte er seiner Nichte Odile. Nach deren Ableben, 2013, durfte David Feldman die 46 Gramm schwere Kupferplatte am 1. Dezember 2016 ausrufen und zum stolzen Preis von 1,1 Millionen Euro zuschlagen. Auf die am Weltmarkt √ľblicherweise gehandelte Tonne umgerechnet, bedeutet dies eine Kupferpreis von 23,9 Milliarden Euro. Wirtschaftshistorikern gilt indessen nach wie vor der 14. Februar 2011 als der Tag, an dem der Kupferpreis seinen H√∂chststand erreichte ‚Äď mit bescheidenen 10180 US-Dollar pro Tonne.

√úberlieferung

Auf der 81,05 mal 60,6 Millimeter messenden Platten steht links die Orangerote und rechts die Blaue Mauritius. Ob Barnard beide Werte zusammen druckte, also in 500 Druckg√§ngen je eine Orangerote und Blaue Mauritius fertigte, oder zweimal 500 Druckg√§nge absolvierte, wissen wir nicht. Nachgewiesen anhand der Akten ist aber inzwischen, dass er den Auftrag hatte, ‚ÄěPost Office‚Äú zu stechen, die Legende von einem Irrtum also eindeutig falsch ist. M√∂glicherweise beruht sie auf der in ‚ÄěPost Paid‚Äú ge√§nderten Inschrift der zweiten Ausgabe von Mauritius. √úber Generationen trugen Philatelisten die Geschichte weiter, fragten sich aber nie, was an der sprachlich rundum korrekten Inschrift ‚ÄěMauritius Post Office‚Äú zu bem√§ngeln gewesen sein sollte.
Schaut man ein wenig √ľber das Jahr 1847 hinaus, dann erkennt man rasch, weshalb‚ÄąBarnard f√ľr die Post neue Platten stach. Nicht die Inschrift machte den gro√üen Unterschied, sondern die Gestaltung der Druckplatten selbst. Noch einmal 500 St√ľck in Einzelabz√ľgen oder mit zwei Marken pro Nutzen herzustellen, erschien nicht nur alles andere als wirtschaftlich. Auch war allen Beteiligten nach den Erfahrungen aus Gro√übritannien bewusst, dass mit der Postreform das Briefaufkommen deutlich wachsen w√ľrde, also h√∂here Auflagen der Briefmarken n√∂tig w√ľrden. Daher stellte Barnard neue Druckplatten f√ľr zw√∂lf Marken pro Schalterbogen her.

Typische Merkmale

Kenntnisse der Reproduktionstechniken hatte er sich indessen noch immer nicht angeeignet, weshalb er alle zw√∂lf Marken einzeln in das Kupfer stach. Dass dies nicht hundertprozentig exakt erfolgen konnte, liegt nahe; das w√ľrde selbst den herausragendsten K√ľnstlern des Stichtiefdruckes misslingen. Barnard war zwar begabt, aber kein Meister seines Genres. Philatelisten k√∂nnen f√ľr jedes der zw√∂lf Bogenfelder typische Merkmale nachweisen und sich ‚Äď wenn der Geldbeutel mitzieht ‚Äď auch an Plattierungen versuchen.

L√§sst der Kontostand eine Mauritius-Sammlung ab Nummer Eins komplett nicht zu, k√∂nnen Bund-Sammler zumindest den Bordeaux-Brief in ihre Alben einsortieren. Zum 174. Jahrestag seiner Entstehung ziert er die Ausgabe zum Tag der Briefmarke. Der eine oder andere d√ľrfte sich daher fragen, weshalb die Verantwortlichen nicht bis zum 175. Jahrestag, 2022, gewartet haben, um mit einer dann zuschlagsfreien Briefmarke, die etwa drei Millionen Auflage erreichen d√ľrfte, f√ľr die Philatelie zu werben. Die Frage wird wie manche andere in der Philatelie offen bleiben.

Affen- oder Hundskopf?

Nat√ľrlich reisten auch mit sp√§teren Ausgaben frankierte Briefe von Mauritius nach Bordeaux. Der vom Auktionshaus Spink ausgerufene Brief zeigt ein senkrechtes Paar des 2-Pence-Wertes der Lapirot-Ausgabe mit ungew√∂hnlich breitem Bogenrand rechts. Der Absender verf√ľgte den Laufweg via Aden und Marseille, das General Post Office Aden verewigte sich r√ľckseitig mit einem Transitstempel.
Nachdem Joseph Osmond Barnard auch die Druckplatten der direkt auf die Erstausgabe folgenden Marken gestochen hatte, ging 1859 der Auftrag an den Schauspieler Jules Lapirot. Dessen Talent f√ľr den Kupferstich fiel allerdings nicht sonderlich gro√ü aus, weshalb K√∂nigin Victoria auf der Briefmarke kaum wiederzuerkennen war. Im britischen Sprachraum ging bald die Bezeichnung ‚Äěmonkey head‚Äú um, in Deutschland spricht man vom ‚ÄěHundskopf‚Äú.


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Authored by: Torsten Berndt

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