Deutsche Rentenversicherung

Die Sondermarke zum 100. Gr√ľndungstag der gesetzlichen Rentenversicherung dokumentiert anhand des Altersaufbaus der Bev√∂lkerung 1889, 1985 ‚Äď f√§lschlich ist 1989 angegeben ‚Äď und 2000 die demografische Entwicklung, MiNr. 1426 (Abb. Schwaneberger Verlag).

Die Sondermarke zum 100. Gr√ľndungstag der gesetzlichen Rentenversicherung dokumentiert anhand des Altersaufbaus der Bev√∂lkerung 1889, 1985 ‚Äď f√§lschlich ist 1989 angegeben ‚Äď und 2000 die demografische Entwicklung, MiNr. 1426 (Abb. Schwaneberger Verlag).

Seit dem 1. Oktober 2005 behandeln in Deutschland unter diesem Namen zwei Bundes-und 14 Regionaltr√§ger die Belange der Gesetzlichen Rentenversicherung. Deren Geschichte als Geschichte der deutschen Rentenversicherung kann auch an der Entwicklung der ‚ÄěBundesversicherungsanstalt f√ľr Angestellte‚Äú (BfA) nachvollzogen werden. Sie war einer der Rentenversicherungstr√§ger, die als zur Selbstverwaltung berechtigte K√∂rperschaften des √∂ffentlichen Rechts operierten. Gegeben hatte es sie 52 Jahre lang ‚Äď das ‚ÄěGesetz √ľber die Errichtung der Bundesversicherungsanstalt f√ľr Angestellte‚Äú war am 1. August 1953 in Kraft getreten.
Die f√ľnfziger Jahre des 20. Jahrhunderts waren ein Jahrzehnt wesentlicher Renten-Reformen. Vor allem war die Rente bis dahin weniger als Einkommens-Ersatz denn als Zuschuss f√ľr den Lebensunterhalt im Alter konzipiert gewesen. Nun ‚Äědynamisierte‚Äú man die Rente, richtete sie prinzipiell am Lohn der rentenversicherten Arbeitnehmer aus und koppelte sie dabei unmittelbar an die generelle √∂konomische Entwicklung. Und die war zum Zeitpunkt der Renten-Reform unter Konrad Adenauer 1957 positiv, ja ‚Äěwunderbar‚Äú. Auch wurde die Finanzierung der Rente ganz grunds√§tzlich umgestellt. Zwar war sie immer auch mit Haushaltsgeldern bezahlt worden. W√§hrend die Rente seit ihrer Einf√ľhrung unter Reichskanzler Otto von Bismarck im Jahr 1889 aber nach dem Prinzip der Kapitaldeckung ‚Äď √ľber die Jahre hinweg wurde die Altersvorsorge des Einzelnen gespart und angelegt ‚Äď zustande gekommen war, sollte sie in Zukunft durch ein Umlageverfahren ausgezahlt werden. Ihrerseits auf die Leistungen der nachfolgenden Jahrg√§nge vertrauend, sollte nun im Sinn eines ‚ÄěGenerationen-Vertrags‚Äú die versicherte arbeitende Bev√∂lkerung f√ľr die Rentner der Gegenwart aufkommen.Vom demographischen Wandel war noch keine Rede, und Adenauer zweifelte kaum daran, dass stets ausreichend gro√üe Jahrg√§nge nachfolgen w√ľrden.
Verpflichtend gegolten hatte die Rentenversicherung nach 1889 zun√§chst vor allem f√ľr Arbeiter. Deren Renteneintrittsalter lag bis 1916 bei 70 Jahren, danach bei 65. Nur f√ľr die wenigsten Versicherten war es damit zur Auszahlung der Bismarckschen ‚ÄěAlterssicherung‚Äú gekommen. Von Belang war eher die im gleichen Zug eingef√ľhrte ‚ÄěInvalidit√§tssicherung‚Äú gewesen. Eingeschlossen in die von Beginn an durch Beitr√§ge von Arbeitnehmern wie Arbeitgebern finanzierte fr√ľhe Rentenversicherung waren zwar auch Angestellte, allerdings nur gering verdienende. Das Jahr 1913 hatte dann schon eine dar√ľber hinaus gehende Rentenversicherungspflicht auch f√ľr Angestellte gesehen, der 1911 die Gr√ľndung der ‚ÄěReichsversicherungsanstalt f√ľr Angestellte‚Äú vorangegangen war.
Nach dem Zweiten Weltkrieg musste nun der stetig bis rasant voranschreitende √úbergang von der Industriegesellschaft zur Dienstleistungs- und Informationsgesellschaft auch Folgen in der politisch-rechtlichen Gestaltung und Organisation der Rentenversicherung zeitigen. Die Gr√ľndung der ‚ÄěBundesversicherungsanstalt f√ľr Angestellte‚Äú, 1953, dokumentierte die Entwicklung von der Arbeiter- zur Angestellten-Besch√§ftigung. 1957 glich die Bundesregierung die Renten-Situation von Angestellten und Arbeitern im Rahmen erg√§nzender Reformen weiter an. Mit dem ‚ÄěSechsten Buch Sozialgesetzbuch (SGB VI)‚Äú zur Gesetzlichen Rentenversicherung von 1992 kam es dann zur rechtlichen Vereinheitlichung.

Das vierte Buch der Reichsversicherungsordnung von 1911 regelte zunächst die Rentenversicherung der Arbeiter. Ab 1913 waren auch Angestellte pflichtversichert, MiNr. 2868.

Das vierte Buch der Reichsversicherungsordnung von 1911 regelte zunächst die Rentenversicherung der Arbeiter. Ab 1913 waren auch Angestellte pflichtversichert, MiNr. 2868.

Im Jahr 2005 hatte sich die Situation von 1889 gedreht. Die Mehrheit der versicherten Menschen waren nicht mehr Arbeiter, sondern Angestellte. Und die ‚ÄěBundesversicherungsanstalt f√ľr Angestellte‚Äú war l√§ngst der gr√∂√üte Rentenversicherungstr√§ger Deutschlands. Mit der Organisationsreform der Gesetzlichen Rentenversicherung, bei der neben der ‚ÄěBfA‚Äú unter anderem auch die wesentlich f√ľr abh√§ngig besch√§ftigte Arbeiter zust√§ndigen ‚ÄěLandesversicherungsanstalten (LVA)‚Äú in die ‚ÄěDeutsche Rentenversicherung‚Äú m√ľndeten, konnte nun auch die traditionelle Zuteilung und Unterscheidung der beiden Gruppen enden. Marius Prill


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Authored by: Marius Prill

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