Eine noble Sache: Dynamit und Frieden

Alfred Nobel Briefmarke von 1995

1995 erschien Alfred Nobel (als Gemeinschafts-ausgabe mit Schweden) auf einer deutschen Briefmarke (MiNr. 1828). Das Motiv wurde von Czeslaw Slania gestochen.

Er entwickelte das Dynamit, produzierte und verkaufte es gewinnbringend. Und er rief den Nobelpreis ins Leben. Alfred Bernhard Nobel wurde vor 180 Jahren in Stockholm geboren. Als Nobel 10 Jahre alt war, zog seine Familie von Schweden nach Russland. Vater Immanuel war bereits seit einiger Zeit in St. Petersburg. Der innovative und mittlerweile erfolgreiche Ingenieur entwickelte in seinem eigenen Unternehmen unter anderem See- und Landminen und erste Zentralheizungssysteme. Sein Sohn Alfred, der eine breite, privat-h√§usliche Bildung genoss, folgte ihm in die Sprengstoff-Branche. Er interessierte sich vor allem f√ľr Chemie. Und dabei besonders f√ľr Nitroglycerin.

Zur Universit√§t ging Nobel nicht. Seine fachwissenschaftliche Ausbildung fand ihre Fortsetzung stattdessen im Rahmen von Reisen, die ihn √ľber v√§terliche Kontakte nach Frankreich und in die USA und dabei an St√§tten exzellenter chemischer Forschung f√ľhrten. Nicht zuletzt zum franz√∂sischen Chemiker Julez Pelouze und zu dessen Mitarbeiter, dem Entdecker des Nitroglycerins namens Ascanio Sobrero. Zur√ľck in Russland, trat Nobel, wie seine Br√ľder, 1852 in die Firma seines Vaters ein.

Was die Faszination f√ľr das Nitroglycerin betraf, suchte Nobel in fortlaufenden Experimenten nach praktikablen Wegen, es als Sprengstoff zu benutzen. ‚ÄěPraktikabel‚Äú hie√ü nicht zuletzt ‚Äěsicher‚Äú ‚Äď die Arbeiten im Nobelschen Labor mit dem sensiblen Stoff kosteten nicht nur seinen j√ľngeren Bruder Emil in einem tragischen Unfall das Leben. F√ľr das Jahr 1863 schreibt man ihm die bahnbrechende Entwicklung der ‚ÄěInitialz√ľndung‚Äú zu, aber Nobel kam, eingespannt in den Familien-Betrieb, mit seiner Sprengstoff-Forschung nur langsam voran. Mit den Gesch√§ften des Vaters ging es bergab, die Br√ľder Ludvig und Robert gr√ľndeten andererseits eine erfolgreiche √Ėl-Gesellschaft, bei der auch Alfred Anteilhaber war. Auch stellte er Nitroglycerin mittlerweile f√ľr den massenhaften Verkauf her. Als Nobel erkannte, dass man dessen Explosivit√§t durch die Beimischung von Kieselgur handhabbar machen konnte, lie√ü er sich ‚Äď √ľber 300 Patente sollten noch folgen ‚Äď sein ‚ÄěDynamit‚Äú patentieren und es weltweit in fast 100 Fabriken produzieren und verkaufen. Er wurde reich. Dies allerdings nicht nur durch die Bergbau-, sondern auch durch die R√ľstungsindustrie sowie durch die Verwendung von Dynamit in anderen gewaltsamen Kontexten. Nobel reflektierte seine Arbeit und seinen wirtschaftlichen Erfolg als Sprengstoffentwickler und -fabrikant.

Alfred Nobel auf Briefmarke von Monaco 1995Die philanthropische, pazifistische und der V√∂lkerverst√§ndigung verpflichtete Nobelpreis-Idee kam dabei auch durch den Umgang mit Bertha von Suttner zustande. Von Suttner war Schriftstellerin und Friedensaktivistin. 1889 erschien ihr Roman ‚ÄěDie Waffen nieder!‚Äú, 1905 bekam sie den Friedensnobelpreis. Nobel pflegte einen regen freundschaftlichen Kontakt mit ihr und hatte sie dar√ľber hinaus zeitweise als Privatsekret√§rin engagiert. Anders als sie glaubte Nobel zwar an Abschreckung als Mittel, Frieden zu f√∂rdern. Die M√∂glichkeit augenblicklicher Zerst√∂rung durch dementsprechend wirkungsvolle Waffen, nahm er an, w√ľrde Menschen vom Krieg abbringen. Doch aber hinterlie√ü von Suttners pazifistisches Engagement bei Nobel Eindruck.


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Alfred Nobel auf Briefmarke aus den USAWie sein Verm√∂gen ‚Äď es handelte sich um den allergr√∂√üten Teil seines Geldes ‚Äď in einer Stiftung aufgehen und wie diese Preise vergeben sollte, schrieb der zeitlebens kinderlose und ledige Nobel in sein Testament vom November 1895. Er bestimmte darin f√ľnf Gebiete wissenschaftlicher, k√ľnstlerischer und politischer Praxis, aus denen Arbeiten internationaler Akteure pr√§miert werden sollten: Physik, Chemie, Medizin/Physiologie, Literatur und Friedensf√∂rderung. Vergeben sollten die Preise, auch dies legte Nobel fest, unterschiedliche Einrichtungen, unter anderem die K√∂nigliche Schwedische Akademie der Wissenschaften, deren Mitglied Nobel bis zu seinem Tod 12 Jahre lang gewesen war. Die gew√ľnschte, nach ihm benannte Stiftung entstand 1900, ein Jahr sp√§ter kam es zur ersten Preisverleihung. Das Preisgeld betrug 150.800 Kronen. Heute sind es 8.000.000. Alfred Nobel starb am 10. Dezember 1896 in seiner Villa in San Remo. Sein Todestag wurde zum Datum der j√§hrlichen Preisvergabe.

Authored by: Marius Prill

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