Schwarze Schiffe am Horizont

1953 bringen die japanischen Riukiu-Inseln eine Briefmarke zum 100. Jahrestag der Landung Matthew Perrys in Naha auf Okinawa heraus, MiNr. 37.

1953 bringen die japanischen Riukiu-Inseln eine Briefmarke zum 100. Jahrestag der Landung Matthew Perrys in Naha auf Okinawa heraus, MiNr. 37.

Am 8. Juli 1853 tauchten zum ersten Mal die ‚ÄěSchwarzen Schiffe‚Äú von Admiral Perry in der Bucht von Edo (heute Tokio) auf, der Beginn einer erzwungenen √Ėffnung des sich bis dahin hermetisch abschottenden japanischen Kaiserreichs f√ľr den Westen. Der Hintergrund: Japan hatte eine 250 Jahre w√§hrende Isolationspolitik betrieben, Handel betrieb man lediglich mit China und den Niederlanden, die westliche Wirtschaft d√ľrstete jedoch nach neuen M√§rkten. Matthew Calbraith Perry, geboren am 10. April 1794, war nun also mit vier Kriegsschiffen, darunter zwei Dampfschiffen und einem Brief des amerikanischen Pr√§sidenten im Gep√§ck nach Japan aufgebrochen, um dem Kaiser einen Vertrag √ľber Frieden und wirtschaftliche Zusammenarbeit anzubieten, oder, verk√ľrzt ausgedr√ľckt, um die √Ėffnung der japanischen H√§fen f√ľr den Handel mit dem Westen zu erzwingen. Zwar machten die mit m√§chtigen Kanonen ausger√ľsteten Kriegsschiffe den erw√ľnschten einsch√ľchternden Eindruck auf die Japaner, besonders die wie ‚ÄěRauchwolken aussto√üende Drachen‚Äú aussehenden Dampfschiffe, doch wurden Vertragsverhandlungen zun√§chst abgelehnt.

Auch die USA bringen zum 100. Jahrestag zur Eröffnung der Handelsbeziehungen mit Japan durch den Kommandeur Matthew Perry eine Briefmarke heraus, MiNr. 641.

Auch in den USA erschien 1953 zum 100. Jahrestag der Handelsbeziehungen mit Japan eine Briefmarke, MiNr. 641.

Wie zuvor angedroht, kehrte Perry daraufhin im M√§rz 1854 nach Japan zur√ľck, diesmal mit sieben Kriegsschiffen. Ein starkes Argument, zumal Japan keine Kriegsflotte besa√ü. Derma√üen argumentativ verst√§rkt gelang es nun, zwar nicht den Kaiser, aber doch den Shogun am 31. M√§rz 1854 zur Unterzeichnung eines ‚ÄěVertrags √ľber Frieden und Freundschaft‚Äú zu bewegen, was faktisch mit der formellen Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen dem Kaiserreich Japan und den Vereinigten Staaten einherging.
Die Kanonenbootpolitik hatte Erfolg. In der Folge schlossen auch andere Westm√§chte, denen die Japaner flottentechnisch ebensowenig etwas entgegenzusetzen hatten, √§hnliche Vertr√§ge mit Japan, sogar die Schweiz beging das 150-j√§hrige Jubil√§um der Aufnahme diplomatischer Beziehungen j√ľngst mit der Ausgabe zweier Sonderbriefmarken. Perry kehrte 1855 in die Vereinigten Staaten zur√ľck, publizierte einen dreib√§ndigen Bericht √ľber seine Expedition nach Japan und starb am 4. M√§rz 1858 in New York. Als nach dem Zweiten Weltkrieg die Kapitulation Japans an Bord eines US-amerikanischen Schlachtschiffs unterzeichnet wurde, wehte auch die Flagge von Perrys damaligem Flaggschiff an Bord.

Authored by: Udo Angerstein

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