Philatelie: Schneller als die Schweden

Vor 160 Jahren erschien die erste norwegische Briefmarke

Um die 30 Einzelwerte im Jahr ‚Äď bei solch niedrigen Zahlen denkt man zun√§chst an Gebiete mit mehr oder weniger weit reichender Autonomie. Gebiete, die zu Nationalstaaten geh√∂ren, aber entweder fernab des Mutterlandes liegen oder aus historischen, wirtschaftlichen oder weiteren Gr√ľnden eine gewisse Eigenst√§ndigkeit f√ľr sich in Anspruch nehmen k√∂nnen. Kommen dann die Nationalstaaten in den Sinn, fallen einem L√§nder ein, die weniger Einwohner als Bremen haben, das kleinste deutsche Bundesland.

Der Blick auf die Zahl der Bewohner f√ľhrt dann auf die richtige F√§hrte, denn von der Fl√§che her ist das gesuchte Land gr√∂√üer als die Bundesrepublik Deutschland, die 357 340,08 Quadratkilometer verbuchen kann. Mit 385 199 Quadratkilometern Fl√§che erreicht Norwegen knapp zehn Prozent mehr, vereinigt darauf aber nur gut f√ľnf Millionen Einwohner, derweil Deutschland mit 80,767 Millionen aufwartet. Im Gegenzug sind die Norweger allerdings deutlich wohlhabender. Betrachtet man die Kaufkraft, verdient jeder Norweger im Schnitt gut 53 000 US-Dollar im Jahr, der Deutsche dagegen nur knapp 38 000 Dollar. Im Wohlstandsindex der Vereinten Nationen steht Norwegen denn auch regelm√§√üig auf dem Siegerpodest ‚Äď oftmals auf Platz eins. Deutschland belegt Positionen im Mittelfeld der besten zehn Staaten weltweit.

Briefmarken zu 2 Skilling auf norwegischem Brief

Trotz der W√§hrungsreform von 1875 konnte der Dreierstreifen der orangeroten Wappen-Marke zu 2 Skilling noch am 18. Juni 1895 einen eingeschriebenen Brief von Drammen nach Kristiania freimachen. F√ľr die norwegische Hauptstadt galten ab 1866 zwei Schreibweisen, Kristiania und Christiania (Corinphila).

Doch zur√ľck zu den philatelistischen Zahlen. Seit jeher √ľberzeugt die Norwegische Post mit einer zur√ľckhaltenden Ausgabepolitik. Stets liegt Norwegen in der Spitzengruppe der sparsamsten L√§nder, unterbietet mit Ausnahme Alderneys regelm√§√üig die britischen Krongebiete, aber auch souver√§ne Staaten wie San Marino oder Liechtenstein. In diesem Jahr n√§hert sich die Zahl der insgesamt ausgegebenen Einzelwerte ‚Äď nach Michel-Hauptnummern betrachtet ‚Äď dem Wert von 1900. Nur wenige europ√§ische L√§nder und Gebiete k√∂nnen mit einer niedrigeren Zahl aufwarten; fast immer traten sie erst lange nach 1855 in den Kreis der Staaten mit eigenen Briefmarken oder erlebten zwischenzeitlich Jahrzehnte, in denen sie von der politischen Landkarte verschwunden waren, mitunter ‚Äď man denke an die baltischen Staaten ‚Äď beides. Als am 1. Januar 1855 die erste Briefmarke an die Schalter kam, geh√∂rte Norwegen noch zu Schweden. Im Frieden von Kiel, geschlossen am 14. Januar 1814, hatte D√§nemark sein Besitztum abtreten m√ľssen. Da die Norweger schnell handelten und die Zeit vor der √úbergabe zur Verabschiedung der eigenen Verfassung nutzten, konnten sie gegen√ľber dem schwedischen K√∂nig weitreichende Autonomieregelungen durchsetzen. Das am 17. Mai 1814 in Eidsvoll verabschiedete Grundgesetz blieb in Kraft, Stockholm vertrat Norwegen vor allem au√üenpolitisch …

Den kompletten Artikel von Torsten Berndt √ľber die preu√üischen Postanweisungen finden Sie in der neuen¬†DBZ 2/2015, die Sie aktuell im Bahnhofsbuchhandel bekommen. Abonnenten sparen sich den Weg und auch noch Geld…

Authored by: Udo Angerstein

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