Die größte Rock-Band der Welt

Die größte Rock-Band der Welt

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Rolling Stones, Bandfoto, Royal Mail, 20. Januar 2022, MiNr. 4897 aus Block 151, Foto von 2017.

Weil er mit seiner Band „Blues Incorporated“ einen vereinbarten Auftritt im Londoner „Marquee Club“ absagen musste, vermittelte Alexis Korner für den 12. Juli 1962 eine Ersatzband. Die trat in der Besetzung Mick Jagger (Gesang), Brian Jones (Gitarre), Keith Richards (Gitarre), Dick Taylor (Bass), Ian Stewart (Piano) und Tony Chapman (Schlagzeug) erstmals unter dem Namen „The Rollin‘ Stones“ auf.

Als Vorgruppe für den Bluessänger Long John Baldry spielten sie vor etwa 100 Zuschauern fünf Coversongs. Niemand hätte dieser anfangs im Rhythm & Blues beheimateten Band eine Weltkarriere als „The Greatest Rock & Roll Band in the World“ vorhergesagt, die auch 60 Jahre später noch immer andauern würde. Namensgeber für die Band war laut Keith Richards der Muddy-Waters-Song „Rollin’ Stone“. Richards und Jagger kannten sich schon aus der Grundschulzeit. Welchen Verlauf hätte die Musikgeschichte wohl genommen, wenn die beiden künftigen „Glimmer Twins“ sich nicht am 17. Oktober 1961 im Alter von 18 Jahren zufällig am Bahnhof ihrer Heimatstadt Dartford (Kent) wiedergetroffen hätten?

Stones oder Beatles?

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Vier Ersttagssonderstempel der Royal Mail vom 20. Januar 2022.

Forciert von ihrem ersten Manager feilten die Rolling Stones – auch in Abgrenzung zu den Beatles – seit 1963 mit immer neuen Sex- und Drogenexzessen konsequent an ihrem Image als die „Bad Boys“ des Musikbetriebs. Am 15. September 1965 stand das Abschlusskonzert ihrer ersten Deutschland-Tour in der 22000 Menschen fassenden Berliner Waldbühne auf dem Programm. Die für ihre laute und vulgäre Bühnenshow berüchtigten Rolling Stones hatten gerade wieder so eine „Krawallplatte“ herausgebracht, diesmal mit dem unerhörten Titel „(I can’t get no) Satisfaction“. Nach Tumulten im Zuschauerraum wurde das Konzert abgebrochen. Die frustrierten Fans zerlegten anschließend das Mobiliar und lieferten sich eine Schlacht mit der Polizei. Das Konzert ging in die Rock-Geschichte ein und in den Boulevardzeitungen waren Schlagzeilen wie „Hölle im Hexenkessel“, „Barbarei in Massenhysterie“ oder „Gemetzel der Gammler“ zu lesen.

Einen Tiefpunkt in der Geschichte der Band markierten während ihrer USA-Tournee die Ereignisse auf dem nordkalifornischen „Altamont Free Concert“ vom 6. Dezember 1969. Von den etwa 300000 Zuschauern starben vier Menschen. Der 18-jährige Meredith Hunter wurde von einem der als Ordner angeheuerten Hells Angels direkt vor der Bühne, angeblich in Notwehr, erstochen.

Zunge als Marke

Nach der Gründung ihres eigenen Plattenlabels „Rolling Stones Records“ wurde die inzwischen weltbekannte rote Zunge zum Markenzeichen. Mick Jagger wollte hiermit der Hindu-Göttin Kali, der Göttin der Ermächtigung und Energie, mit ihrer scharfen Zunge und den leuchtend roten Lippen, eine Hommage erweisen. Von John Pasche entworfen, wurde das Logo zum ersten Mal 1971 auf der Innenhülle des Albums „Sticky Fingers“ veröffentlicht.

In den vergangenen 60 Jahren gab es unter anderem mit Bill Wyman (Bass, 1962 – 1993), Mick Taylor (Gitarre, 1969 – 1974), Ron Wood (Gitarre, seit 1975) und Steve Jordan (Schlagzeug, seit 2021) zahlreiche Umbesetzungen.

Der seit 1963 langjährige Stones-Schlagzeuger Charlie Watts verstarb am 24. August 2021 im Alter von 80 Jahren in London. Bereits einige Wochen danach trat die Band zur Erinnerung an den Verstorbenen wieder auf.

Die Rolling Stones sind mit zahlreichen Tourneen eine der erfolgreichsten Rockbands. Sie haben weltweit mehr als 240 Millionen Tonträger verkauft und zahlreiche Auszeichnungen, darunter drei Grammys, erhalten.

Nach den Beatles (2007), Pink Floyd (2016) und Queen (2020) sind sie erst die vierte Band, der die Royal Mail eine eigene Briefmarkenserie gewidmet hat. Am 20. Januar 2022 erschienen aus Anlass des Band-Jubiläums zwölf Sonderbriefmarken. Hierauf sind sowohl Gruppen- und Einzelporträts der Musiker als auch Aufnahmen von legendären Tourneeplakaten und Konzerten der Band – vom Londoner Hyde Park im Jahr 1969 bis hin zu einem Auftritt in Düsseldorf 2017 – zu sehen.

So hat sich nun auch endlich die Vermutung des Autors als zutreffend erwiesen, dass die herausgestreckte Zunge im Logo der Rolling Stones eigentlich schon immer zum Ablecken von Briefmarken gedacht war.

Text: Wilfried Lerchstein


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Authored by: BMS-Redaktion

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