Die schwere Kunst des leichten Humors

Curt Goetz auf einer Briefmarke aus Liechtenstein 1984„Dr. med, Hiob PrĂ€torius“ und „Das Haus in Montevideo“ sind die bekanntesten BĂŒhnenstĂŒcke von Curt Goetz. Komische, unterhaltsame Werke, die ihn in Deutschland in der ersten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts und knapp darĂŒber hinaus nicht nur zu einem beliebten Dramatiker und Schauspieler, sondern auch zu einem erfolgreichen Filmautor machten. Goetz wurde am 17. November 1888 in Mainz geboren. Seine Kindheit verbrachte er in Halle an der Saale, zum Theater kam Kurt Walter Goetz noch vor seinem 20.Lebensjahr in Berlin. Es ging recht schnell bei ihm: Innerhalb weniger Jahre folgten auf ersten Schauspielunterricht Engagements und arbeitsreiche Jahre in Rostock, NĂŒrnberg und schließlich an mehreren Berliner Theatern. Als Goetz 1923 ValĂ©rie PayĂ©r Edle van Meyersperg kennenlernte – KĂŒnstlername von Martens – spielten die beiden zusammen im StĂŒck „Ingeborg“. Es war nicht das erste BĂŒhnenstĂŒck, das Goetz selbst geschrieben hatte. Mit „Der Lampenschirm“ und „Nachtbeleuchtung“ war er als Autor in den vorangegangenen Jahren bereits im boulevardesken Metier in Erscheinung getreten. DiesbezĂŒglich hatte Goetz einiges von Viktor Barnowsky gelernt, der in Berlin mehrere Theater leitete. Bei Barnowsky hatte sich Goetz vor allem in diversen Inszenierungen der StĂŒcke George Bernard Shaws einige Bekanntheit erspielt. Ein weiterer großer Einfluss waren die Arbeiten des britischen Autors NoĂ«l Coward. Dessen Komödien spielte Goetz nicht nur, er ĂŒbersetzte auch einige in die deutsche Sprache.

Eine erste Ehe lag 1923 auch schon hinter Goetz, als er bei den Wiener „Ingeborg“-AuffĂŒhrungen mit von Martens selbst eine der Hauptrollen ĂŒbernahm. Die beiden Hauptdarsteller heirateten im selben Jahr und blieben bis zu GoetzÂŽ Tod zusammen. Goetz arbeitete als Schauspieler, Autor und Regisseur, bis seine Ehefrau – die weiterhin viel mit ihm zusammenarbeitete – und er 1939 entschieden, nach Amerika zu gehen. Im Besonderen das 1925 uraufgefĂŒhrte „Hokuspokus“ und eine Ende der 20er-Jahre begonnene Tourneepraxis hatten Goetz zu diesem Zeitpunkt lĂ€ngst zum Protagonisten komödiantischen Theaters im nunmehr diktatorischen Deutschland gemacht. Goetz war kein Autor, der das Nazi-Regime unterstĂŒtzte. Seine StĂŒcke waren aber auch nicht kritisch. Auf jeden Fall hielt das Regime Goetz Werke nicht fĂŒr gefĂ€hrlich: Zwischen 1933 und 1945 waren sie nicht verboten, sondern fortwĂ€hrender Teil von SpielplĂ€nen im nationalsozialistischen Deutschland. Auch „Dr. med. Hiob PrĂ€torius“ war seit 1934 eines der erfolgreichsten StĂŒcke.

Ein Grund fĂŒr den Umzug in die USA, wo sich in Hollywood diesbezĂŒglich lĂ€ngst eine Industrie entwickelt hatte, war Goetz Interesse fĂŒr Film und die Arbeit an DrehbĂŒchern. Eine Leinwandversion von „Hokuspokus“ hatte es schon 1930 gegeben. FĂŒr eine im Jahr 1951 realisierte Verfilmung von „Dr.med. Hiob PrĂ€torius“ – unter dem Titel „People will talk“ und mit Cary Grant – schloss Goetz einen Vertrag mit Twentieth Century Fox ab. Erfolg hatte er aber auch in New York. Am Broadway wurde – mit von Martens- – 1945 unter dem Titel „ItÂŽs a gift“ „Das Haus in Montevideo“ aufgefĂŒhrt, das Goetz in Amerika unter RĂŒckgriff auf sein kleines StĂŒck „Die tote Tante“ geschrieben hatte. Goetz verließ die USA 1946. Er ging in die Schweiz, wo seine Ehefrau und er auch schon in den 30er-Jahren teilweise gelebt hatten. Nach Berlin kam er 1950 zurĂŒck. Mit dem „Haus in Montevideo“, das man im Winter mit großem Erfolg im Renaissance-Theater spielte. Auch dieses StĂŒck wurde in das Kino transferiert. Das Ehepaar Goetz/von Martens fĂŒhrte Regie und ĂŒbernahm die Hauptrollen. Auf den ebenfalls 1951 erschienen Roman „Die Tote von Beverly Hills“ folgten im Verlauf des Jahrzehntes weitere StĂŒcke und Goetz-Verfilmungen. Mit seiner Ehefrau hatte er zuletzt auch in Liechtenstein gewohnt, als Curt Goetz am 12. September 1960 starb. 1964 und 1965 erschienen noch einmal neue „Hokuspokus“-und „Dr.med Hiob PrĂ€torius“-Verfilmungen („Frauenarzt Dr. PrĂ€torius“) mit Heinz RĂŒhmann.

Authored by: Marius Prill

There is 1 comment for this article
  1. Pingback: bottes enfant pas cher

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert