Staat im Staate: Belege der KZ-, Lager- und Gettopost

Vor gut 80 Jahren wurde Adolf Hitler die Macht angeboten, auf die er seit vielen Jahren hingearbeitet hatte. Er konnte dabei auf die Unterst√ľtzung der rechtskonservativen Parteien zur√ľckgreifen, die in seinem Kabinett Minister stellten. Im Volk hatte die NSDAP zwar starken R√ľckhalt, konnte aber selbst bei den nur noch eingeschr√§nkt freien Wahlen vom 5. M√§rz 1933 keine eigene Mehrheit erzielen. Schnell gelang es Hitler aber, die gewonnene Macht zu festigen. Dabei bediente er sich zur Umsetzung seiner Pl√§ne der von ihm geschaffenen, verbrecherischen Organisationen, der SA (Sturmabteilung) und der SS (Schutzstaffel), die 1933 eine Gesamtst√§rke von fast einer halben Million Mitglieder hatten.
Am 30. Januar 1933, dem so genannten ‚ÄěTag der Machtergreifung‚Äú, der eigentlich der Tag der Macht√ľbernahme war, wurde das finsterste und menschenverachtendste Kapitel in der deutschen Geschichte und in weiten Teilen Europas eingeleitet.

Lagerpost1

Die Aufhebung des Artikels 117 der Weimarer Reichsverfassung, der das Brief-, Post-, Telegraphen- und Fernsprechgeheimnis sch√ľtzte, durch die nationalsozialistischen Machthaber dokuemntiert eindrucksvoll ein ‚ÄěAmtlich ge√∂ffneter Brief‚Äú vom 15. Mai 1933 mit entsprechenden Merkmalen der Postkontrolle.

Der Reichstagsbrand vom 27. Februar 1933 war offizieller Anlass f√ľr die Abschaffung der noch vorhandenen Reste der Weimarer Demokratie. Mit Hilfe der am 28. Februar 1933 erlassenen ‚ÄěVerordnung des Reichspr√§sidenten zum Schutz von Volk und Staat‚Äú (Reichstagsbrandverordnung) wurde von den nationalsozialistischen Machthabern gegen alles vorgegangen, was der ‚Äědeutschen Revolution‚Äú angeblich im Wege stand. Dazu geh√∂rten in einer ersten Welle die Verhaftung mehrerer tausend kommunistischer Funktion√§re, die Unterdr√ľckung ihrer Partei und ihrer gesamten Presse. Zugleich weitete sich die Verfolgung auf SPD- und Gewerkschaftsmitglieder aus, sp√§ter dann auf Angeh√∂rige christlicher Konfessionen (Zeugen Jehovas) sowie auf rassistisch verfolgte Minderheiten (Juden, Sinti und Roma) und auf als ‚Äěgemeinschaftsfremde Elemente‚Äú (Homosexuelle, sozial Minderheiten, Alkoholiker) bezeichnete Personen.

Die sogenannte Reichstagsbrandverordnung hob aber auch wichtige Artikel der Weimarer Verfassung auf, die den Alltag der normalen B√ľrger bestimmt hatten, unter anderem das Brief- und Postgeheimnis, die Meinungsfreiheit und die Versammlungsfreiheit. W√∂rtlich hei√üt es dazu in der Verordnung: ‚ÄěDie Artikel 114, 115, 117, 118, 123, 124 und 153 der Verfassung des Deutschen Reichs werden bis auf weiteres au√üer Kraft gesetzt. Es sind daher Beschr√§nkungen der pers√∂nlichen Freiheit, des Rechts der freien Meinungs√§u√üerung, einschlie√ülich der Pressefreiheit, des Vereins- und Versammlungsrechts, Eingriffe in das Brief-, Post-, Telegraphen- und Fernsprechgeheimnis, Anordnungen von Haussuchungen und von Beschlagennahmen sowie Beschr√§nkungen des Eigentums auch au√üerhalb der sonst hierf√ľr bestimmten gesetzlichen Grenzen zul√§ssig‚Äú. Damit wurden die Schleusen ge√∂ffnet f√ľr die Ausschaltung jedes wirklichen oder auch nur vermuteten Gegners des Nationalsozialismus. Die Lizenz zum Terror war damit ausgestellt …

Den kompletten Artikel von Claus Geißler, erster Teil einer mehrteiligen Serie finden Sie in der DBZ 11/2014, die Sie aktuell im Bahnhofsbuchhandel bekommen. Oder Sie versuchen es einmal mit einem Abonnement.


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Authored by: Torsten Berndt

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