Adolphe Sax: Vater des Saxophons

Adolphe Sax auf Briefmarke von 1973

Adolphe Sax auf Briefmarke von 1973.

Der Apfel f√§llt bekanntlich nicht weit vom Stamm, so auch im Falle von Adolphe Sax, der heute vor 200 Jahren im belgischen Dinant geboren wurde. Als Sohn der √ľberaus kinderreichen Familie des Instrumentenbauers Joseph Sax hatte der kleine Adolphe viel Zeit in der Werkstatt des Vaters verbracht. Nebenher studierte er am Br√ľsseler Konservatorium Harmonie, Gesang, Fl√∂te und Klarinette.

Heute hei√üt es gelegentlich noch, wer Saxophon spielen m√∂chte, solle sich erst einmal mit der Klarinette vertraut machen. Diese Lehrmeinung gilt zwar als √ľberholt, ein F√ľnkchen Wahrheit beinhaltet sie dennoch. Denn Adolphe Sax widmete sich in der heimischen Werkstatt intensiv der Klarinette und entwickelte sie ma√ügeblich weiter, bevor er sich an die Kreation eines g√§nzlich neuen Instruments machte: das nach ihm selbst benannte ‚ÄěSax-o-Phon‚Äú.
Ziel war es, ein Instrument f√ľr die tiefen Lagen zu entwickeln. Um 1840 hatte er seine Entwicklung abgeschlossen. Wie bei der Klarinette wird der Ton √ľber ein schwingendes Rohrblatt erzeugt, weshalb das Saxophon auch in die Gruppe der Holzblasinstrumente einzuordnen ist.

Saxophon-Briefmarke aus Luxemburg 2000.

Saxophon-Briefmarke aus Luxemburg 2000.

1842 verlie√ü Adolphe Sax das finanziell angeschlagene Elternhaus, um sein Gl√ľck in Paris zu machen. Im Gep√§ck hatte er nichts als seinen Prototyp eines Sopran-Saxophons ‚Äď und das reichte vollkommen aus. Schnell machte das Wort die Runde, dass dieser junge Belgier etwas Revolution√§res entwickelt habe. Insbesondere der Komponist und Musiktheoretiker Hector Berlioz unterst√ľtzte Sax nachhaltig, sodass der junge Konstrukteur bald eine eigene Werkstatt er√∂ffnen konnte. 1846 folgte die Patentierung des Saxophons. Paris blieb fortan sein Wirkungsfeld, Anstellungen am Konservatorium und der Pariser Oper lie√üen Adolphe Sax einen Wohlstand erfahren, wie er ihn sich nicht erahnt hatte. Er starb 1894 im Alter von 79 Jahren. Ohne sein Instrument w√§re vermutlich der Jazz niemals zu dem geworden, was er heute ist.

Sax-Briefmarkenblockaus dem Juli 2014

Sax-Briefmarkenblockaus dem Juli 2014.

2014 wurde vielerorts zum ‚ÄěSax-Jahr‚Äú ausgerufen. Die belgische Sondermarkenausgabe vom 7. Juli 2014 kn√ľpft an eine Vorg√§nger-Briefmarke von 1973 an. Auch zwei Gedenkm√ľnzen feiern dieses Jahr seinen Geburtstag. Noch bereits vor der Euro-Einf√ľhrung zierte der Erfinder eine belgische Banknote. In seinem Geburtsort Dinant selbst finden bereits seit vielen Jahren regelm√§√üig Saxophon-Festivals statt. Dieses Jahr wurde das Veranstaltungsprogramm um eine Reihe kreativer Sonderausstellungen und Aktionen bereichert, wie etwa die Dekoration diverser Schaufenster mit Sax-Motiven durch Zeichner und Illustratoren, riesenhafte Saxophon-Skulpturen und gef√ľhrte Sax-Spazierg√§nge auf den Spuren des wohl ber√ľhmtesten Sohnes der Stadt. Obwohl‚Ķ Philatelisten m√∂gen hier zu Recht Einspruch erheben, denn auch der bemerkenswerte Briefmarkenk√ľnstler Andr√© Buzin, dessen Tiermotive vor allem die belgischen Sondermarkenausgaben dominieren, ist in der beschaulichen Kleinstadt an den Ufern der Maas geboren worden.

Authored by: Jan Sperhake

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