Der Prototyp des Wunderknaben

Der Prototyp des Wunderknaben

Er ist das Paradebeispiel eines Genies und der Inbegriff des Wunderkindes: Wolfgang Amadeus Mozart ben√∂tigte nur 35 Jahre auf Erden, um die Menschheit mit musikalischen Kunstwerken zu verz√ľcken, deren Wirkung, Geltung und Einfluss ungebrochen bis zum heutigen Tag w√§hrten: Dem 260. Geburtstag des gro√üen Komponisten. Woran der prototypische Wunderknabe aus Salzburg verstarb, ist nicht klar. Doch vor seinem j√§hen Tod litt Mozart seit einiger Zeit an hohem Fieber.

Mozart auf oesterreichischer Briefmarke von 2006Das bestechend klavierspielende und geigende ‚ÄěWolferl‚Äú ‚Äď sein eigentlicher Name lautete Johannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus Mozart, ‚ÄěAmad√©‚Äú, ‚ÄěAmadeo‚Äú oder ‚ÄěAmadeus‚Äú nannte er sich sp√§ter selbst ‚Äď war unter den diversen Kindern der Familie Mozart nicht der einzige Musikus. Aber er war eindeutig der begabteste: Mit dem Komponieren begann der Bub, angeleitet vom professionell musizierenden Vater Leopold, schon vor seinem sechsten Lebensjahr. Und so ging er als regelrechtes Ph√§nomen auch schon in zartestem Alter auf ausgiebige Tourneen. Die vielen Gastspiele hinterlie√üen Eindruck bei Konzertg√§sten und Kennern des musikalischen Fachs. Der junge Mozart, stets in Begleitung seines Vaters, war dabei manchmal sogar √ľber mehrere Jahre hinweg unterwegs. Er kam also viel herum, reiste unter anderem nach Frankfurt und Paris, nach London und Amsterdam sowie in italienische Gefilde.

Wolfgang Amadeus Mozart auf Briefmarke von 1956Und der bereits virtuose und hochinspirierte Minderj√§hrige aus √Ėsterreich machte sich mit seinen Auftritten einen Namen: Daheim in Salzburg wurde Mozart 1772 Konzertmeister der Hofkapelle. Wirklich lieb war ihm diese Anstellung jedoch nicht. Oder besser: sie war ihm nicht genug: Denn Mozart wollte, ja, er musste kreativ sein und beabsichtigte eigentlich, die Arbeit an seinen eigenen Kompositionen mit mehr Mu√üe zu verfolgen. Dies lie√ü sich aber nicht so recht mit den Pflichten seiner Position vereinbaren. Ein Problem, dass den K√ľnstler auch sp√§ter, in anderen Umst√§nden, belastete und zur K√ľndigung reglementierter, wenngleich finanziell gesicherter Besch√§ftigungen bewog. Allerdings schien ihm auch das Gehalt in Salzburg nicht hoch genug. Nach anderen lukrativen Besch√§ftigungen sah sich Mozart jedoch vergeblich in mehreren europ√§ischen St√§dten um.

Mozart auf Briefmarke aus dem VatikanK√ľnstlerisch lohnte es sich jedoch, den Konzertmeisterposten nach f√ľnf Jahren aufzugeben, wie sich im dritten, gleichwohl viele traurige Ereignisse mit sich bringenden Jahrzehnt seines Lebens zeigte: Im Monat nach der am 7. Juli 1782 realisierten Urauff√ľhrung der ‚ÄěEntf√ľhrung aus dem Serail‚Äú heiratete Mozart, der mittlerweile in Wien lebte, Constanze Weber. Der gemeinsame Sohn Raimund Leopold kam im darauffolgenden Jahr zur Welt. Doch starb er, wie das dritte, vierte und auch das f√ľnfte Kind der beiden, tragischerweise nach nur kurzer Zeit. Der 1784 geborene Carl Thomas √ľberlebte. Im Jahr 1786 fand die Urauff√ľhrung der ‚ÄěHochzeit des Figaro‚Äú statt, und die n√§chste gro√üe Mozart-Oper, ‚ÄěDon Giovanni‚Äú, wurde bereits im Herbst 1787 in Prag zum ersten Mal auf die B√ľhne gebracht. Die in Wien uraufgef√ľhrten ‚ÄěCosi van tutte‚Äú und ‚ÄěDie Zauberfl√∂te‚Äú folgten binnen der n√§chsten vier Jahre, an deren Ende 1791 die Geburt eines letzten Sohnes des Ehepaares Mozart stand.

Mozart auf Briefmarke aus MonacoWolfgang Amadeus Mozart wird aber nat√ľrlich nicht nur wegen seiner Opern verehrt, sondern auch aufgrund der ungew√∂hnlichen Bandbreite seines hoch gesch√§tzten und intensiv beforschten, mehrere hundert Kompositionen umfassenden Werkes: Neben Symphonien finden sich darin die Violin-und Klavierkonzerte, Serenaden, zum Beispiel ‚ÄěEin kleine Nachtmusik‚Äú, sowie Kirchenmusiken wie die ‚ÄěKr√∂nungsmesse‚Äú und das ‚ÄěRequiem‚Äú. Auf Briefmarken ist Mozart bisher weltweit auf nahezu 200 Briefmarken-Ausgaben gew√ľrdigt worden.

Mozart auf Briefmarkenblock von 1991

Authored by: Marius Prill

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