Filmstars zum Einschlafen

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Port Lockroy ist ein gesch√ľtzter Naturhafen auf der winzigen felsigen Goudier-Insel. Sie ist kaum gr√∂√üer als zwei Fu√üballfelder und liegt westlich der Wiencke Insel, die im Palmer-Archipel wiederum westlich der Antarktischen Halbinsel liegt. Das Gebiet geh√∂rt zum Britischen AntarktisTerritorium. Seit rund 100 Jahren diente Port Lockroy Walf√§nger- und Robbenj√§ger-Schiffen als Ankerplatz.

Walfänger Pin-ups bei BAT-Postverwaltung

Briefmarke England Grossbritannien Stamp Bransfield_Haus_2013 (1)

Eselspinguine vor dem Bransfield-Haus (MiNr. 646, Abb. Schwaneberger Verlag).

Heute ist der Hafen ein beliebtes Reiseziel f√ľr Antarktistouristen. Im antarktischen Sommer, von November bis M√§rz, sind die Gew√§sser rund um die Landmassen des S√ľdpols soweit eisfrei, dass Expeditionsschiffe bis zu Antarktischen Halbinsel und zum s√ľdlichen Polarkreis vordringen k√∂nnen.¬†Die Goudier-Insel wurde 1904 von Franzosen entdeckt und danach lange Zeit von Norwegern als Walfangstation genutzt. Die Felseninsel diente vor allem Eselspinguinen als Nistplatz. Eselspinguine gelten als die schnellsten Schwimmer unter den Pinguinen.
1944 wurde von den Briten die Forschungsstation Port Lockroy auf der Goudier-Insel gegr√ľndet und bis 1962 betrieben. Danach geriet das Eiland Jahrzehnte in Vergessenheit. Erst Mitte der 1990er-Jahre wurde die historische Bedeutung erkannt. Port Lockroy wurde als historische St√§tte und sch√ľtzenswerter Ort, als Denkmal Nr. 61 im Antarktis-Vertrag bezeichnet. 1996 wurden die Geb√§ude der Basis in ihren urspr√ľnglichen Zustand zur√ľckversetzt, seither werden sie vom britischen United Kingdom Antarctic Heritage Trust (UKAHT) verwaltet.

Eigene Poststation

Jeden Sommer dienen die Geb√§ude als lebendiges Museum, zus√§tzlich wurden ein Souvenirladen und eine Poststation er√∂ffnet. Vom Erl√∂s aus dem Verkauf der Geschenkartikel wird der Erhalt und Schutz der historischen St√§tten auf der Antarktischen Halbinsel finanziert. Das Hauptgeb√§ude nennt sich Bransfield House und wurde bereits 1944 erbaut. Namensgeber war der britischen Seefahrer und Forscher, Edward Bransfield, der von 1785 bis 1852 lebte. Er war im Dezember 1819 von Chile zu den S√ľdlichen Shetlandinseln gesegelt und hatte in seinem Logbuch vermerkt, er habe die lange gesuchte s√ľdliche Landmasse entdeckt. Das Bransfield-Haus wurde bereits 1994 (MiNr. 221) und 2013 (MiNr. 646?649) auf Marken des Britischen Antarktis Territorium abgebildet.
Im Jahr 2000 wollte die Postverwaltung der British Antarctic Territory (BAT) Bransfield zu Ehren eine Briefmarke herausgeben, da es jedoch nicht gelang, ein Bild des Seefahrers zu finden, ziert nun das Forschungsschiff RRS Bransfield (Royal Research Ship) die 37-Pence-Marke (MiNr. 309).¬†Alle Walf√§nger und Forschungsreisenden teilten sich in Port Lockroy einen Schlafraum. Jede Koje war mit Ma¬≠tratzen, Laken, Kissen und Decken ausgestattet, Platz zur individuellen Gestaltung stand nicht zur Verf√ľgung.

Brit_Antarktis_Frauen_Wandmalereien

Filme mit obigen Darstellerinen avancierten zu Kinomagneten in den 1950er-Jahren und begleiteten die Männer in Port Lockroy in den Schlaf.

Diven im Schlafraum

Bei den Restaurierungsarbeiten der Geb√§ude wurden Wandmalereien im Gemeinschaftsschlafraum entdeckt. Die handgemalten Bilder zeigten Film-Sch√∂nheiten der 1950er- und 1960er-Jahre: Diana Dors, Ava Gardner, Elizabeth Taylor, Doris Day, Jayne Mansfield, Sophia Loren und Jane Russell. Sie wurden 1960 von dem Dieselmechaniker Evan Watson gemalt, er hatte auch die R√ľckseite des Generatorschuppens mit einem Wandbild von Marilyn Monroe verziert.
Die Damen mit den freiz√ľgigen Dekollet√©s waren in den 1980er-Jahren nach dem Verlassen der Station √ľberstrichen worden. Ob aus Scham oder Pr√ľderie ist nicht bekannt.
Der Antarctic Heritage Trust hat die √ľberdeckenden Farbschichten sorgsam abtragen lassen, um die Zeitdokumente im Schlafsaal f√ľr Besucher und Antarktistouristen zu erhalten.
F√ľr Filmfreunde, die so schnell nicht in die Antarktis reisen, hat die Postverwaltung der British Antarctic Territory (BAT) im November die vier Leinwand-Diven Diana Dors, Jane Russell, Jayne Mansfield und Sophia Loren auf 42 mal 28 Millimeter gro√üen Briefmarken verewigt.

Authored by: Kai Böhne

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