Das Licht einfangen: Impressionismus

Absinth-Briefmarke

Der Kupferstecher Marcellin Desboutin und die Schauspielerin Ellen Andr√©e sa√üen Edgard Degas auf der Terrasse des Caf√©s ‚ÄěLe Nouvelle-Ath√©nes‚Äú am Platz Pigalle Modell. Das heute im Pariser Mus√©e d’Orsay h√§ngende √Ėlgem√§lde ‚ÄěAbsinth‚Äú entstand 1875/76.

Wenn man sich in Zeitschriften die Ranglisten der meistbesuchten Gem√§ldeausstellungen in aller Welt anschaut, ebenso wie die Verkaufzahlen von Bildb√§nden, findet man die Impressionisten meist auf den vorderen R√§ngen.¬†Der Begriff ‚ÄěImpressionisten‚Äú wurde zun√§chst im abf√§lligen Sinne vom Kritiker und Journalisten Louis Leroy gepr√§gt. Er ver√∂ffentlichte im ‚ÄěCharivari‚Äú vom 25. April 1874 einen Artikel unter dem Titel ‚ÄěAusstellung der Impressionisten‚Äú. Das Wort galt insbesondere den ersten Ausstellungen der K√ľnstlergruppe um √Čdouard Manet, Jean-Fr√©d√©ric Bazille, Edgar Degas, Camille Pissarro, Claude Monet, Pierre-Auguste Renoir, Alfred Sisley und Paul C√©zanne. Manet galt als der Ideengeber, zeigte seine Bilder aber selbst auf keiner der acht Ausstellungen.¬†Am 27. Dezember 1873 konstituierte sich eine ‚ÄěSoci√©t√© Anonyme Coop√©rative √† Capital Variable des Artistes Peintres, Sculpteurs, Graveurs et Lithographes‚Äú. Zu ihren ersten Mitgliedern geh√∂rten so bekannte Namen wie Pissarro, Monet, Sisley, Degas, Morisot, Guillaumin und Renoir. Die Gruppe existierte leider nicht lange, weil man sich nicht ganz im Klaren war, ob man nicht doch die traditionellen Wege des Pariser Salons einschlagen sollte. Deshalb kam es ein Jahr nach der Gr√ľndung auf einer Vollversammlung im Hause Renoir am 17. Dezember 1874 zur Selbstaufl√∂sung der Vereinigung.¬†Nach mehreren Namengebungsversuchen zur Ausstellung und zum Titel des Kataloges wurde Monet gedr√§ngt, keinen sonst √ľblichen Namen f√ľr Landschaftsbilder zu w√§hlen und antwortete f√ľr sein Bild ‚ÄěAnsicht der Seine-M√ľndung bei Le Havre‚Äú etwas ver√§rgert: ‚ÄěSchreiben Sie Impression!‚Äú Daraus entstand dann der Titel ‚ÄěImpression: Aufgehende Sonne‚Äú f√ľr eines von zwei Bildern der ersten Ausstellung im Jahre 1872. So kam die sich neu formierte Kunstbewegung letztendlich zu ihrem Namen.

Die erste Ausstellung wurde am 15. April 1874 im Atelier des Fotografen Gaspar-F√©lix Tournachon (K√ľnstlername: Nadar) am Boulevard des Capucines No. 35 er√∂ffnet und umfasste etwa 165 Werke von 30 K√ľnstlern. Um nicht Gefahr zu laufen, dass nur Arbeiten zu sehen w√§ren, die vom gro√üen Salon abgelehnt wurden, er√∂ffneten die Impressionisten ihre Ausstellung bereits 14 Tage vor der Er√∂ffnung der offiziellen Werkschau.
Der Gedanke, anders zu malen, als die damals vorherrschende akademische Lehrmeinung vorgab, begann bereits in den 60er-Jahren zu kursieren. Die Impressionisten malten vorwiegend im Freien, ihnen waren die Darstellung des Lichtes und die besonderen Bedingungen der Natur das Wichtigste. Die Farben wurden jeweils nach der Art des Lichtes gew√§hlt und verliehen dem Bild den Eindruck des Momentanen in der Interpretation (Impression) des Malers. So z√§hlten der Moment und die Zuf√§lligkeit mehr als die Abbildung des jeweiligen Gegenstandes. Die industrielle Herstellung von √Ėlfarben in Metalltuben ‚Äď 1841 patentiert von John Goffe Rand ‚Äď erm√∂glichte die Freiluftmalerei, das Charakteristikum der Impressionisten. Mitte des 19. Jahrhunderts kamen ferner tragbare Staffeleien aus industrieller Herstellung auf den Markt. Die ersten Freiluftmaler (‚Äěen plein air‚Äú) waren Jean-Baptiste Camille Corot und die Anh√§nger der Schule von Barbizon als Vorl√§ufer der Impressionisten …

Den kompletten Artikel von Prof. Dr. Hubert Meinel √ľber die franz√∂sischen Impressionisten finden Sie in der neuen DBZ 14/2014, die Sie aktuell im Bahnhofsbuchhandel bekommen. Abonnenten sparen sich den Weg und auch noch Geld…

Authored by: Udo Angerstein

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert