„Renaissance für die Philatelie“

„Renaissance für die Philatelie“

Online, am Telefon und im Saal trugen Briefmarkensammler  bei der achten Auktion zum Sammelgebiet „Altdeutsche Staaten“ der Briefmarkensammlung des ehemaligen Tengelmann-Chefs Erivan Haub spannende Bietergefechte aus. Ausgerichtet wurde die Versteigerung vom Auktionshaus Heinrich Köhler in Wiesbaden, dem ältesten Briefmarkenhaus Deutschlands. Das konnte erfreuliche Ergebnisse vermelden: Die sogenannnten „Supereinheiten aus Oldenburg“ mit einem Startgebot von 250 000 Euro erzielten 290 000 Euro und waren damit das teuerste Los des Tages. Der wohl spektakulärste Brief der Hamburg-Philatelie (siehe Titelabbildung) wurde von 60 000 Euro auf 180 000 Euro gesteigert.

Bayern-Brief mit „Brücke“

Ein Brief aus dem Sammelgebiet Bayern mit einer sogenannten „Brücke“ erzielte bei einem Startgebot von 30 000 Euro ein Ergebnis von 130 000 Euro. Den Grund für den Erfolg sieht der geschäftsführende Gesellschafter des Auktionshauses, Karl Louis, in der Seltenheit des Briefes: „Der Brief wurde unter anderem mit zwei Marken im waagerechten Zwischensteg, einer sogenannten ‚Brücke‘, frankiert. Dieser Zwischenraum wurden vom Postbeamten meist zerschnitten und blieb nur in ganz wenigen Fällen erhalten.“

Bayern Brief mit Zwischenstegpaar

Der Bayern-Brief mit Zwischenstegpaar.

Eine außergewöhnliche Steigerung erbrachte einer der bedeutendsten Briefe der Schleswig Holstein’schen Industriegeschichte: Der Brief mit drei „Rebellenmarken“ aus dem Ersten Schleswig-Holsteinischen Krieg von 1848 bis 1851 wurde von 25 000 Euro Startgebot auf 100 000 Euro gesteigert. Ein Brief aus dem Sammelgebiet Oldenburg, der vor über 100 Jahren getrennt und später von Erivan Haub wieder zusammengeführt wurde, hatte ein Startgebot von 25 000 Euro und landete bei 95 000 Euro.


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„Zum ersten Mal seit 50 Jahren“

Die Sammlung Erivan gilt weltweit als eine der bedeutendsten der vergangenen hundert Jahre und umfasst viele Unikate oder äußerst seltene Marken und Briefe, die in dieser Qualität kaum zu übertreffen sind.: „Einige Stücke kommen zum ersten Mal seit über 50 Jahren wieder auf den Markt. Das ist schon etwas ganz Besonderes“, so Karl Louis. Auch Dieter Michelson, ebenfalls geschäftsführender Gesellschafter bei Köhler, freute sich sehr über die Begeisterung am Auktionstag: „Wir erleben derzeit eine regelrechte Renaissance für die Philatelie. Viele neue Sammler suchen uns auf, um ihre Sammlungen bewerten zu lassen. Das Briefmarken-Hobby ist wieder voll im Trend.“


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Authored by: Udo Angerstein

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