„Schöne Blume der Kultur“
Zu den hübschesten Briefmarkenmotiven der DDR-Philatelie gehören sicherlich die beiden Folklore-Ausgaben vom 4. Mai bzw. 23. November 1971 und dem 22. März 1977. Beide Emissionen präsentieren alte sorbische Trachten. Und tatsächlich finden sich noch mehr philatelistische Würdigungen dieser einzigen in der DDR offiziell anerkannten ethnischen Minderheit, die vor allem für ihre traditionellen Bräuche bekannt war. Regelmäßig berichteten die Zeitungen und das Fernsehen über die besonderen Ostersitten der Sorben oder die Veranstaltungen der Trachtentanzgruppen, die gern zur Demonstration staatlicher Kulturbegeisterung und Toleranz ins Licht der Öffentlichkeit gestellt wurden. Jenseits dieser Ebene war das Verhältnis zwischen der SED und den slawischen „Ureinwohnern“ der Lausitz allerdings nicht so kunterbunt-fröhlich. Das lag an der tiefen Skepsis, mit der Staat und Partei jeglicher Eigenständigkeit begegneten. Und davon hatten die Sorben nach dem Krieg mehr besessen als alle anderen Bewohner der Sowjetischen Besatzungszone…
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Titelabbildung: Zwei der vier Tanztrachten aus dem Mai 1971 auf Ersttagsbrief. Schön zu erkennen sind die Prägedruck-Verzierungen der Kuverts. Beide sind mit dem anlassbezogenen Ersttagsstempel versehen (verkauft bei www.delcampe.net).
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