Hoch die Humpen!

Darstellung bosnischen Bieres, erschienen als Kleinbogen 2013.

Darstellung bosnischen Bieres, erschienen als Kleinbogen 2013.

Seit nunmehr 20 Jahren feiert der Deutsche Brauer-Bund am 23. April den Tag des Deutschen Bieres. Die hohe Bedeutung des Gerstensaftes f√ľr die Deutschen erkannte im 19. Jahrhundert bereits Otto F√ľrst von Bismarck. ‚ÄěEs wird bei uns Deutschen mit wenig so viel Zeit totgeschlagen wie mit Biertrinken.‚Äú Aktuell sagen die Zahlen jedoch etwas Anderes. Im Land der Biertrinker geht der Bierkonsum deutlich zur√ľck. So trank man 2013 im Inland nur noch 79,9 Hektoliter des Gerstensaftes, 1,7 Prozent weniger als 2012. Damit war das Vorjahr das siebente Jahr, in dem der Konsum zur√ľckging. Trotzdem liegen wir im Weltranking noch unter den ersten F√ľnf. Deutschland wird auch weiterhin das Land der Biertrinker bleiben!

1983 gab Deutschland zum Jahrestag des Reinheitsgebotes eine Briefmarke mit der Darstellung des Bierbrauens heraus.

1983 gab Deutschland zum Jahrestag des Reinheitsgebotes eine Briefmarke mit der Darstellung des Bierbrauens heraus, MiNr. 1179.

Die Geschichte des Deutschen Bieres beginnt im achten Jahrhundert. Bier galt damals noch als wichtiges Grundnahrungsmittel, da es mit seinem hohen Kaloriengehalt die oft nur gering bereitstehende Nahrung erg√§nzen konnte. Der Alkoholgehalt war viel geringer als heute, weshalb es auch f√ľr Kinder als geeignet galt. In der ersten Bierurkunde der Welt wurde eine Lieferung eines Gerstengebr√§us an das Kloster St. Gallen bezeugt. Ordensgemeinschaften spielen bei der fr√ľhen Bierherstellung eine entscheidende Rolle. Noch heute kann man dies im Getr√§nkemarkt erkennen, wenn man √ľber den aufgebauten Bierk√§sten Namen wie ‚ÄěFranziskaner‚Äú oder ‚ÄěPaulaner‚Äú liest.

Im Mittelalter war ein Reinheitsgebot, wie wir es heute kennen, noch nicht bekannt. Zum W√ľrzen des Getr√§nkes nutzte man eine Vielzahl von nat√ľrlichen Substanzen. Der Fantasie der Braumeister, ihr Produkt zu verfeinern, waren keine Grenzen gesetzt. Ochsengalle, Schlehe, Wacholder, Eichenrinde, Wermut, Bilsenkraut, K√ľmmel, Anis, Lorbeer, Schafgarbe, Stechapfel, Enzian, Rosmarin, Kiefernwurzeln und viele andere‚Äď alle bekannten Kr√§uter und Gew√ľrze fanden sich im mittelalterlichen Trunk.

Auch in Armenien gehört das Bierbrauen zur alten Tradition. 2002 waren auf einer Briefmarke Sudkessel, Hopfen und Gerste abgebildet.

Auch in Armenien gehört das Bierbrauen zur alten Tradition. 2002 waren auf einer Briefmarke Sudkessel, Hopfen und Gerste abgebildet, MiNr. 485.

Da man Anfang des 16. Jahrhunderts die Verf√§lschung des Bieres mit diesen teils sogar giftigen Substanzen ein f√ľr alle Mal unterbinden wollte, traten im April 1516 die Vertreter des bayrischen Landst√§ndetages zusammen, um ein einheitliches Getr√§nk zu gew√§hrleisten. Sie unterschrieben ein Dokument, das drei Zutaten f√ľr die Herstellung von Bier vorschreibt. Ab diesem Zeitpunkt, dem 23. April 1516, durfte sich ein Getr√§nk nur ‚ÄěBier‚Äú nennen, wenn es aus Gerste, Hopfen und Malz hergestellt ist. Andere Zutaten durften dem nach dem bayrischen Reinheitsgebot gebrauten Bier nicht zugegeben werden. Die Funktion der Hefe f√ľr den Alkoholgehalt des Bieres war zu damaliger Zeit noch unbekannt, weshalb die Hefe im Reinheitsgebot fehlt. Noch heute gilt in Deutschland Bier nur als solches, wenn es aus Malz, Hopfen, Malz, Hefe und Wasser hergestellt ist.

Heute gedenken verschiedene Brauereien mit einem Spezialbier an den 23. April 1516. Kaufen kann man diese unter dem Titel ‚ÄěJahrgangsbier 23.04.‚Äú gef√ľhrten Flaschen nach ca. 120 Tagen des Ansetzens, also im Hochsommer, wenn die ausgetrocknete Kehle am meisten nach Abk√ľhlung verlangt.

Mit dem alten deutschen Sprichwort: ‚ÄěAuch Wasser wird zum edlen Tropfen, mischt man es mit Malz und Hopfen!‚Äú sagen wir Prost!

 


Anzeige
Jetzt bestellen ANK Austria Katalog
√Ėsterreich M√ľnzkatalog 2022

ISBN: 978-3-902662-63-7
Preis: 49,90 ‚ā¨
Versandkostenfreie Lieferung innerhalb Deutschlands.

Jetzt bestellen


Authored by: Stefanie Dieckmann

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert