Die Geburtsstunde einer neuen Konfession

1971 erinnerte die BRD mit einer Briefmarke an den Wormser Reichstag, MiNr. 669.

1971 erinnerte die BRD mit einer Briefmarke an den Wormser Reichstag, MiNr. 669.

Alles begann im Oktober 1517, als Luther seine 95 Thesen an das Hauptportal der Kirche in Wittenberg schlug. Der Theologe brachte damit eine Reformation der katholischen Kirche in Gang. Nach mehreren Prozessen gegen den ‚ÄěH√§retiker‚Äú wurde im Mai 1521 auf dem Reichstag zu Worms schlie√ülich die Reichsacht √ľber den Reformator verh√§ngt. Seine Schriften durften nicht l√§nger gelesen oder gar verbreitet werden. F√ľnf Jahre sp√§ter, auf dem Reichstag zu Speyer 1526, zog man die Beschl√ľsse teils zur√ľck, indem die Ausf√ľhrung des Wormser Edikts den Reichsst√§nden √ľberlassen wurde. Jedem F√ľrsten wurde zugesprochen, seine Religion frei auszu√ľben. Um die Uneinigkeit zwischen der alten und neuen Glaubenslehre zu beenden, war Kaiser Karl V. jedoch drei Jahre sp√§ter gewillt, die Dekrete von 1526 zur√ľckzuziehen.

Zum 500. Geburtstag von Martin Luther gab Brasilien 1983 eine Briefmarke mit dem Bildnis des Reformators heraus, MiNr. 1955.

Zum 500. Geburtstag von Martin Luther gab Brasilien 1983 eine Briefmarke mit dem Bildnis des Reformators heraus, MiNr. 1955.

Daraufhin erhoben sich sechs F√ľrsten und 14 Reichsst√§dte auf dem Reichstag 1529, um die Unterdr√ľckung der Reformation zu unterbinden. K√∂nig Ferdinand, der Bruder Karl V., und eine Gro√üzahl katholischer F√ľrsten hatten die Absicht, die Reformation aufzuhalten. Die Tolerierung der evangelischen St√§dte und L√§nder sollte r√ľckg√§ngig gemacht werden. Die Anh√§nger der Lehren Luthers wollen sich jedoch nicht unterdr√ľcken lassen. Sie beriefen sich mit den Worten ‚ÄěIn Sachen Gottes Ehre und der Seligkeit belangend muss ein jeglicher (Reichsstand) f√ľr sich selber vor Gott stehen und Rechenschaft geben‚Äú auf die Gewissens- und Glaubensfreiheit und bekannten sich auf dem Reichstag am 19. April 1529, heute vor 485 Jahren, √∂ffentlich zum Reformator Martin Luther.
Aufgrund der Speyer Protestation setzte sich das Prinzip der Glaubensfreiheit allm√§hlich im Reich durch. Kirchenhistoriker meinen, dass in Speyer der Grundstein f√ľr den Weg von der protestantischen Bewegung zur evangelischen Kirche gelegt worden ist. Die Religionsparteien, die zuvor nicht gespaltet waren, gingen nun endg√ľltig getrennte Wege. Eine Spaltung hatte man zuvor vermieden. Die evangelische Bewegung wurde politisch wirksam und wurde im ganzen Reich rechtlich anerkannt. Umstritten bleibt, ob die Speyer Protestation tats√§chlich Namensgeber der neuen Glaubensrichtung war.


Anzeige
Jetzt bestellen MICHEL
Baltikum und Finnland 2022/2023

ISBN: 978-3-95402-391-2
Preis: 69,00 ‚ā¨
Versandkostenfreie Lieferung innerhalb Deutschlands.

Jetzt bestellen


Authored by: Stefanie Dieckmann

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert