Prestigebau Palast der Republik

Prestigebau Palast der Republik

Am 23. April 1976 wurde der Palast der Republik der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, und die Besucher kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Mit jedem Raum, jeder Treppe, jeder Galerie und jeder Fensterfront eröffneten sich dem vorsichtig tastenden Blick neue Höhepunkte. Der Palast der Republik, „Haus des Volkes“, wie Erich Honecker ihn bei der Grundsteinlegung genannt hatte, Sinnbild von Fortschritt und Wohlstand, war das mit Abstand teuerste Gebäude der Republik, aber auch das beeindruckendste und glanzvollste, das die DDR bis dahin gesehen hatte.

Marmor aus Schweden

Erbaut aus erlesensten Materialien – Marmor aus Schweden, Thermoglas aus Belgien und Asbest aus Manchester –, versehen mit der fortschrittlichsten Technik und errichtet in absoluter Rekordzeit von nur 32 Monaten, verkörperte der Riesenbau aus Stahl, Glas und Beton die Leistungsfähigkeit des Sozialismus. Selbst der kapitalistische Feind in Gestalt von ARD-Moderator Lothar Löwe musste neidlos eingestehen, dass sich „die Arbeiter und Ingenieure große Mühe gegeben haben“ und „die Verarbeitung ordentlich und anständig“ war. Ziemlich genau acht Monate später wurde Löwe ausgewiesen, weil er mit der Formulierung, an der innerdeutschen Grenze würde „auf Menschen wie auf Hasen geschossen“ die Schwelle des öffentlich Sagbaren überschritten hatte. Löwe folgte damit Wolf Biermann, der kurz zuvor aus denselben Gründen seine DDR-Staatsangehörigkeit verloren hatte. 1976 war ein Jahr mit Höhen und Tiefen…

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Titelabbildung: Einen Tag vor dem „Fest der Erbauer“ am 23. April 1976 erschien die erste Palast-Sondermarke, hier zusammen mit dem offiziellen Ersttagsbrief (FDC verkauft bei delcampe.net).

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Authored by: Jan Sperhake

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